Neujahrsbrief 2021 aus Berlin.


Ich habe auch dieses Jahr gewartet bis ich Neujahrspost aus Berlin erhalten habe, weil ich sie als erstes auf meiner Internetseite 2021 veröffentlichen wollte.

Seit seinen Schulzeiten an der Landesberufsschule für das Hotel – und Gaststättengewerbe in VS – Villingen kenne ich

Jürgen Gangl. Inzwischen gehört er zu den bekanntesten Leuten in der Hotel Szene in Deutschland und ist Generel Manager im

Hotel Park Inn in Berlin am Alexanderplatz – eines der größten und bekanntesten Hotels in Berlin.
Außerdem ist er in verschiedenen Organisationen für das Hotelgewerbe sehr aktiv.

Ich freue mich, dass wir jetzt schon über Jahrzehnte den Kontakt gehalten haben und ich seine Neujahrsgrüße hiermit veröffentlichen darf.

Auch ich und meine Frau Marianne wünschen für das Jahr 2021 alles Gute, vor allem viel Gesundheit und ein hoffentlich baldiges Wiedersehen.

 

Uli Lochar

 

 

Liebe Park Inn Berlin Alexanderplatz Freunde !

 

Könnt Ihr Euch noch erinnern — ?? — Unsere tägliche Sprache hat sich geändert: — hast´ ne Maske dabei? — Lockdown – Lockdown– Verlängerung ! — Abstand halten – Kontaktbeschränkung — Bleibt gesund oder „Homeschooling“… !

 

Also vor 12 Monaten hatte ich noch nichts damit zu tun… HEUTE täglich…

 

Da stellt sich doch die Frage wie fange ich dieses Jahr meinen …“Neujahrsbrief“ an ?

 

Dennoch, —  eines Vorweg… lieber eine zurückhaltende, sachlich und seriöse Kanzlerin, als ein paar durchgeknallte Querdenker, egozentrische und selbstsüchtige Präsidenten/Landesfürsten, bei denen man nicht glauben kann, dass diese von Menschen mit Sinn und Verstand gewählt worden sind…

Komisch , –dieser Satz ändert sich von Jahr zu Jahr kaum… ! Warum nur….? Vielleicht weil dieses Jahr Wahlkampf ist und jeder was anderes machen will…?

 

Es lässt sich nicht leugnen, das Jahr 2020 ist Vergangenheit und wir sind im neuen Jahr angekommen und zwar im 21’ten nach 2000…

 

Ja, was für ein Jahr war 2020 !

 

In unserer Branche wünschten wir uns nichts sehnlicher als dass 2020 vorbei geht und wir mit so viel Hoffnung in 2021 gehen.

 

Nachdem wir nicht nur exzellente Prognosen für 2020 hatten, sind wir auch tatsächlich im Januar und Februar sensationell gut ins 2021 gestartet.

 

Am Anfang des Jahres standen die Themen Digitalisierung und vor allem Umweltschutz/Nachhaltigkeit auf der allgemeinen Agenda und beherrschten die Politik und die Medien.

Greta Thunberg mobilisiert die Welt, nimmt Unternehmer und Politiker in die Pflicht und mobilisiert die Jugend.

 

Am 27. Januar 2020 wurde die erste Corona-Infektion in Deutschland bei dem Automobilzulieferer Webasto in Starnberg bekannt.

Bereits Anfang Februar holt die Bundeswehr 120 Deutsche aus Wuhan zurück. Corona war im Land, aber wir wussten nicht, was auf uns zukommt.

 

Februar: Wahl-Eklat in Thüringen ( AFD / CDU ) , Terroranschlag in Hanau…

Am 28. Februar der erste große Schlag für die Reisebranche und die Berliner Hotellerie – die ITB wurde abgesagt.

 

Im März erfasst die Krise ganz Deutschland – 1. Lockdown, Grenzen schließen, 1tes Hilfspaket wird beschlossen. Die Pandemie legt langsam aber sicher die Welt lahm…

 

Es folgten im Laufe der Monate dramatische Einbrüche für Hotellerie und Gastronomie, finanzielle Hilfsangebote reichen nicht aus und kommen nicht an. Nur die Ferienhotellerie profitierte von einem relativ guten Sommer.

Die Stadthotellerie leidet massiv unter dem Wegfall von Messen, Kongressen und Großveranstaltungen.

 

Die Kritik an der WHO wuchs, die USA zieht die finanzielle Unterstützung zurück — hat aber gar keinen Plan wie mit der Pandemie umzugehen ist.

Corona Beschränkungen, Maske wird zum täglichen Begleiter, in der Fleischindustrie herrscht Massenpandemie, weitere Hilfspakete werden geschnürt, —

 

Juli/Aug: Sommer – Pandemie – Loch — dann nach den Sommerferien ging es wieder los… Der einzige der immer am Bildschirm blieb ist Mr. Lauterbach — Jahrelang in der Versenkung verschwunden — jetzt täglich bei uns.

 

Beherbergungsverbot im Oktober war wie ein weiterer Lockdown durch die Hintertür für uns… —  Risikogebiete sorgten für Chaos und einen undurchschaubaren Flickenteppich in Deutschland.

Damit war die Hoffnung auf einen glimpflichen Verlauf des Restjahres zerstört.

 

Wie werden wir 2020 wohl in Erinnerung behalten ?

 

Eines hat uns die Pandemie gelehrt, — wir sind und bleiben „Zahlengetrieben“. Auch in der Pandemie waren/ sind  Zahlen der politische Entscheidungsfaktor. Egal ob sinnig oder nicht. Und das liegt daran, dass zu viele meinen, über Dinge sprechen

zu müssen, ohne „Sachkenntnis“ zu haben…Es sind einfach zu viele „Besserwisser“ und Selbstdarsteller in diesem Lande unterwegs. Leider bieten Ihnen nur wenige die Stirn….

 

WIR mussten uns von vielen großartigen Schauspielern verabschieden, darunter Sean Connery, Kirk Douglas, Diana Rigg oder Michael Gwisdek.

Unter den gestorbenen Prominenten waren auch zahlreiche Sänger und Musiker, unter anderem Chanson-Ikone Juliette Gréco, der Rock-and-Roll-Pionier Little Richard, Gitarrist Eddie van Halen oder City-Schlagzeuger Klaus Selmke.

Künstler wie der „Reichstagsverhüller“ Christo oder der Cartoonist Uli Stein starben ebenfalls in diesem Jahr. Die Zuschauer trauerten ebenso um Komödianten und Entertainer wie Karl Dall oder Herbert Feuerstein.

Mit Basketball-Superstar Kobe Bryant und Fußball-Legende Diego Maradona starben zwei Ausnahmekönner des Sports. Wir werden Sie alle vermissen…

 

In vielerlei Hinsicht war es ein Jahr des Verharrens, des Wartens auf eine Zeit, in der wir die vielen Freuden des Lebens,

die wir oft als selbstverständlich genommen haben, wieder aufnehmen können und in der unbeschwerte Begegnungen wieder möglich sind.

 

Für viele Menschen war es zudem ein Jahr harter Einschnitte und Verluste, sowohl auf privater als auch auf beruflicher Ebene. Künstler*innen, Solo-Selbständige, kleine Unternehmen und viele unserer Geschäftspartner*innen blicken auf eine ungewisse Zukunft.

Uns geht es ähnlich und wir können die Herausforderungen der kommenden Jahre nur erahnen. Wir schicken all jenen aus ganzem Herzen Kraft und Durchhaltevermögen, wir bleiben hoffnungsvoll für uns alle.

 

Erschreckenderweise kommt hinzu, dass gerade in einer Zeit, in der wir uns gegenseitig stärken sollten, Individuen, Bewegungen und Parteien die Chance für Populismus, Hass und Angriffe auf die Grundwerte unserer Gesellschaft ergreifen.

Dies beobachten wir mit großer Sorge und sind uns der Relevanz, Wirkung und Verantwortung unseres Hotels als verbindende und offene gesellschaftliche Kraft in Deutschland sehr bewusst.

 

Trotz all dieser Herausforderungen haben die letzten Monate auch eine ungeahnte Energie freigesetzt und Solidarität zwischen vielen Menschen geschaffen.

Neue Synergien sind entstanden und vielleicht auch ein neues Nachdenken darüber, was jeder einzelne von uns tun kann, damit Gemeinschaft funktioniert.

 

Uns haben diese Energie und die unbändige Leidenschaft unseres Teams durch dieses herausfordernde Jahr getragen.

Die Krise hat uns in diesem Jahr gezeigt, wie wichtig es ist, gemeinsam für seine Ziele zu kämpfen.

 

Ich weiß, dass einige von Ihnen ganz besonders unter den Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, leiden und sorgenvoll in die Zukunft blicken.

 

Es gäbe noch viel mehr zu berichten, aber ich möchte mich endgültig von 2020 verabschieden.

 

Bitte nicht böse sein, dass ich nichts mehr über Donald ( Trump ) berichte, aber er hat schon eine zu große Plattform gehabt. In Deutschland gibt es Häuser wo man solche Menschen behandelt die „geistig“ krank sind. Gibt es diese nicht auch in den USA..?

 

Rufen wir uns die Fähigkeit zurück, von all dem Guten ein Stück abzugeben und damit die Welt wieder ein Stück besser werden zu lassen.

So ähnlich habe ich meinen Brief im letzten Jahr beendet, aber ich finde, die Zeilen haben nach wie vor Gültigkeit und so möchte ich auch meinen Brief in diesem Jahr damit abschließen.

 

Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches und friedliches Jahr 2021, verbunden mit persönlichem Erfolg und einer Portion Glück, aber vor allem, dass folgendes aus unserem „Wortschatz“ : — hast´ ne Maske dabei? — Lockdown — Lockdown Verlängerung ! — Abstand halten – Kontaktbeschränkung — Bleibt gesund oder „Homeschooling“…, der Geschichte angehört und wir uns kaum noch daran erinnern können… 😊

 

In diesem Sinne, mit Sinn und Verstand

 

Ihr

Jürgen W. Gangl

 

Mit freundlichen Grüßen / Met vriendelijke groeten / Meilleurs sentiments

 

My best regards / 亲切的问候

Jürgen Gangl

General Manager

 

 



© Hans Ulrich Lochar 2021