Corono Regeln oder Suscht no Ebbis.


 

Bei meinen letzten Besuchen in verschiedenen gastronomischen Betrieben bekam ich immer wieder mal zu hören, dass sich viele Gäste in der Corona – Zeit nicht zu benehmen wissen.

 

Es hat ja auch keiner Zeit und da geht es ihm schon auf den Wecker, wenn er kurze Zeit warten muss, bis der Tisch wieder „coronagerecht“ gerichtet wird und danach kommt es teilweise noch vor, dass man sich über den Geruch des Desinfektionsmittel aufregt.

 

Natürlich kommt man sich als Gast auch komisch vor, wenn die Servicekraft einem einen Block auf den Tisch wirft und sagt: „eintragen“.

Es soll möglich sein, dass man auch sagen kann, wären Sie so nett und würden sich bitte eintragen.

 

Bemerkenswert war in einem Betrieb für uns, dass alle die Inhaberfamilie, die Mitarbeiterinnen und die Oma sehr positiv auf die nicht einfache  Zeit mit den Corona – Bestimmungen reagiert haben.

Diese positive Einstellung hat mich und meine Freunde angesteckt, und wir haben mehr Zeit dort verbracht, als geplant.

 

Jammern ist sicher das Letzte was der Gast hören will, obwohl natürlich für viele Gastronomen die derzeitige Situation nicht einfach ist.

 

Alleine schon der Wirrwarr, um die erlassenen Vorschriften umzusetzen, erfordert Geduld und Übersicht.

Der zeitliche Aufwand ist viel größer als in normalen Zeiten und für viele ist es ein knallharter Überlebenskampf.

 

Dies sollten sich die Gäste mal vor Augen führen und daraus den Schluss ziehen, dass auch sie bei einem Restaurantbesuch Geduld mitbringen müssen.

Manche benehmen sich wie neureiche russische Oligarchen und meinen, sie könnten die Hinweisschilder – bitte warten Sie wir zeigen Ihnen einen Platz – übersehen.

 

Nein das geht halt nicht und sollte akzeptiert werden. Wir müssen auch Verständnis dafür aufbringen, dass die Gastronomen natürlich versuchen, jeden Stuhl zu besetzen, und aus diesem Grunde ist es auf jeden Fall empfehlenswert, sich zum Essen anzumelden und nicht enttäuscht von dannen zu gehen, wenn man die Auskunft bekommt, dass leider kein Platz mehr frei ist.

 

Es ist vorgeschrieben, dass man die Maske aufziehen muss, wenn man vom Tisch aufsteht und z.B. zur Toilette geht. Dies fällt einigen scheinbar sehr schwer. Diejenigen, die keine Maske tragen wollen, sollten sich zu Hause eine Thermoskanne voll Kaffee machen und dann einsam im Wald trinken.

 

In einem Café oder einem Gasthaus haben diese Leute im Moment einfach nichts verloren. Der Wirt ist nicht der Gesetzgeber, aber er muss sich an die gesetzlichen Vorgaben halten.

 

Ich habe vor allem auch ältere Leute beobachtet, die mit einer Selbstverständlichkeit in eine Traditionsgaststätte ohne Mundschutz kamen, auf den Stammtisch zugegangen sind und sich dort niedergelassen haben.

Der Wirt hat es nicht gesehen und konnte nicht reagieren. Wenn dies ein Kontrolleur gesehen hätte, wäre eine Strafe fällig gewesen.

Auf den Hinweis eines anderen Stammtischlers, dass man ja Abstand halten müsste, kam nur, jo jo suscht no ebbis.

 

Wenn die Gerüchte stimmen, dass es Kontrolleure gibt, die ohne Maske in ein Café gehen  und schnell um einen Espresso bitten und diesen dummerweise serviert bekommen, fasse ich mir an den Kopf.

Ist es denn  gerade in diesen schwierigen Zeiten nicht möglich, andere zunächst  einmal auf Fehler aufmerksam zu machen.

Man kann auch jemanden zuerst ermahnen, oder verwarnen und muss nicht unbedingt gleich Anzeige erstatten.

 

Alle sollten in dieser Situation zusammen an einem Strang ziehen und darauf achten, dass die Vorschriften eingehalten werden, ob man der Meinung ist, ob sie richtig sind oder nicht, ist eine völlig andere Sache.

 

Ich wünsche mir, dass die Gastronomie und Hotellerie in der momentanen Situation die Unterstützung erhält, die sie verdient.

 

Sie brauchen gerade jetzt Gäste und sie brauchen solche, die Verständnis für sie mitbringen und positiv auf die Auflagen reagieren.

 



© Hans Ulrich Lochar 2020