Corona und was dann?!


 

Ich freue mich für alle Corona – Geschädigten, dass es wieder Licht am Ende des Tunnels gibt.

 

In den letzten Wochen habe ich mich immer wieder gefragt, wie es vor allen Dingen meinen vielen gastronomischen Bekannten und teilweise Freunden geht.

 

Dabei habe ich auch an die vielen Zulieferer gedacht, von denen mir persönlich auch viele am Herzen liegen.

 

Vielleicht lernen wir alle ja auch etwas daraus und dann hat Corona sogar nachträglich etwas Gutes für uns alle.

 

Ich persönlich habe in meinem Leben auch schon einige Rückschläge ertragen müssen und tatsächlich auch etwas daraus gelernt und dadurch vielleicht sogar profitiert.

 

Vielleicht kommt ja der eine oder andere Gastronom auf die Idee sein Angebot zu ändern.

 

Vielleicht sagen ja einige im Schwarzwald, wir machen unter der Woche erst ab 15 Uhr auf und bieten ab dort guten Kaffee mit hausgemachten Kuchen an.

Ich als leidenschaftlicher Teetrinker würde mich natürlich besonders freuen, endlich einen wirklich guten Tee serviert zu bekommen.

 

Im Moment höre ich schon einige ganz Gescheite sagen, so en Seich, der mit seinem Kaffee, Tee und hausgemachtem Kuchen.

 

Wir wollen fein kochen und nicht Kuchen backen oder Vesper anbieten.

 

Das akzeptiere ich ja, wenn jemand fein kochen will und freue mich sogar darüber.

 

Nur, ich muss wissen, wo ich bin.

 

Wenn ich auf dem Land bin, nützt mir es gar nichts, wenn ich ein Gourmetmenü anbiete und es kommt keiner.

 

Ich weiß aber aus meiner Erfahrung heraus und von meinen vielen Kontakten, dass viele vermissen, dass man auf dem Land nicht mehr Kaffee und Kuchen oder einen feinen Speck und andere Kleinigkeiten bekommt.

 

Es fällt mir persönlich z. B. immer schwerer vielen Freunden und Bekannten eine Wanderung in meiner Heimat zu empfehlen, weil ich den Leuten keine Einkehr empfehlen kann.

 

Viele Möglichkeiten gibt es leider nicht mehr oder sie sind für den Publikumsverkehr geschlossen und nur noch für Hausgäste geöffnet.

 

Corona und seine Folgen verlangen förmlich, dass wir auch unsere Frühstücksgewohnheiten und Angebote überdenken.

 

Das war ja schon nicht mehr normal, was alles auf dem Frühstücksbuffet sein musste.

 

Kein Mensch kann danach noch etwas zu Mittag essen und zu allem kommt ja noch dazu, dass man durch diese Buffets zum ungesunden Leben aufgefordert wird.

 

Mir persönlich war ein serviertes Frühstück schon immer lieber.

Natürlich ist es mit mehr Arbeit verbunden, aber vielleicht lernen ja auch die Gäste, dass kleiner aber feiner etwas Wunderbares ist.

Früher wurde das Frühstück immer frisch serviert.

Einen Gast vergesse ich nie. Er wollte immer 2 Spiegeleier mit frisch geschnittenem Schnittlauch – und meistens kam er, wenn wir im „Schwindel“ waren, wie man so sagt.

Ich würde den Hotels eine kleine Frühstückskarte auf dem Tisch empfehlen und in einem anderen Raum eine Art Buffet richten, wo es dann die Servicekräfte holen können.

Natürlich ist es aufwendiger, aber die Gäste verstehen hoffentlich auch, dass guter Service Zeit braucht.

 

Neulich habe ich von einem Gastronomen einen Hinweis auf seine neue Homepage bekommen.

Mir ist fast schlecht geworden.

 

Seit vielen Jahren sage ich zu ihm, dass er seine Karte verkleinern soll.

 

Er bringt es einfach nicht fertig, weil er meint, dass sonst seine Gäste nicht mehr kommen.

 

Natürlich ist er dadurch gezwungen viele  Fertigprodukte anzubieten.

 

Das will dort kein Mensch!

 

Viele Gäste sind zufrieden, wenn sie mittags frische Kleinigkeiten angeboten bekommen.

 

Am Abend kann man ja ein Menü anbieten und die Gänge aber auch einzeln verkaufen.

 

Ich empfehle den Gastronomen zu überlegen:

 

Wer kommt in der Regel zu mir und was wollen die Gäste hauptsächlich?

 

Erst gestern habe ich im Fernsehen gesehen, wie die Inhaber von der Tanne in Baiersbronn sich auf die Zeit nach Corona vorbereiten.

Ich war sehr beeindruckt.

 

Es sind tatsächlich auch neue Ideen im Service gefragt und die sollten so originell wie möglich sein – natürlich mit einem strahlenden Lächeln serviert – was man allerdings unter der Maske nicht unbedingt erkennt!

 

Dies ist im Moment sicher wichtiger als ob von links oder von rechts serviert wird.

 

Auf jeden Fall wünsche ich den Gastronomen und Hoteliers einen guten Anfang nach der Corona – Pause und hoffe, dass sie vor allem verständnisvolle Gäste haben.

 

Uli Lochar

 

 

 

 

 

 

 



© Hans Ulrich Lochar 2020