Ja dann Proscht Neujahr!


Zuerst wünsche ich allen Leserinnen und Lesern dieser Zeilen ein frohes Jahr 2020 mit viel Gesundheit und Zufriedenheit.

 

Für mich ist es nach wie vor selbstverständlich, die Damen vor den Herren anzureden oder anzuschreiben.

 

Dies hat für mich auch etwas mit Stil zu tun und ich brauche dazu keine Anregungen – egal von welcher Seite.

 

Ich habe von Kindheit an gelernt, dass ich mich bedanke, wenn mir jemand etwas Gutes tut.

Dies scheint mir oft verloren gegangen zu sein.

 

Neulich habe ich zu meiner Frau gesagt, Mensch hat der Stil, als ich wegen einer kurzen Erwähnung in einer Kolumne von mir eine Rückmeldung bekam.

 

Ich pflege mich auch grundsätzlich mit einer Antwort zu melden, wenn sich jemand mit einer Anfrage bei mir meldet.

 

Dies scheint auch im Geschäftsleben total verloren gegangen zu sein.

Wenn ich z.B. von Banken oder Versicherungen auf eine Anfrage einen vorgefertigten elektronischen Brief ohne Unterschrift bekomme, könnte ich derb gesprochen – kotzen.

 

Manches begreife ich auch Anfang des Jahres 2020 einfach nicht.

 

Am Silvesterabend z.B. ist mir aufgefallen, dass vor Mitternacht so viel geknallt wurde wie nie.

Das Feuerwerk um Mitternacht, war auch nicht geringer als die letzten Jahre.

Dies war, wie ich im Netz feststellen konnte, sicher nicht nur in Villingen so.

 

Eigentlich hatte ich nach allen Diskussionen im Internet und in den Zeitungen über die Böllerei gedacht, diesmal wird sicher weniger Zeug in die Luft gejagt.

 

Gedacht habe ich auch, dass alle, die für Friday for Future auf die Straße gehen, an der Böllerei nicht teilnehmen –vermutlich auch hier weit gefehlt.

 

Ich habe mir ja fast total abgewöhnt, irgendwelche Kommentare im  Internet oder Facebook Posts zu lesen.

 

Da wird ja in einem Stil miteinander umgegangen, der für mich einfach hahnebüchend ist.

 

Kann man denn keinen Anstand wahren oder in einer Art und Weise miteinander umgehen, die bei allen Auseinandersetzungen eigentlich zur Kultur gehören.

 

Erschrocken bin ich regelrecht, dass jetzt auch im Winter diese Food Festivals im Schwarzwald stattfinden.

Mit den Weihnachtsmärkten konnte ich ja noch leben, obwohl ich mir auch dort meistens ein viel frischeres Angebot wünsche – dies gilt auch für die Glühweine, die man eigentlich nicht trinken kann.

Da wird teilweise ein Wein verwendet, den man besser gleich in die Abflussrohre kippen sollte – da würden selbst die Innenstadtratten freiwillig verschwinden.

 

Heute Morgen sind wir beim Einkaufen wieder ein paar Miesepeter begegnet. Menschenskind man kann doch wenigstens am Anfang des Jahres versuchen mal zu lächeln oder Guten Morgen zu sagen.

 

Gestern beim Spaziergang an einem sehr begehrten Spazierweg habe ich zu meiner Frau gesagt, wenn jetzt mal jemand Guten Tag sagt – danke ich ihm von Herzen dafür – keine Chance.

 

Manchmal freut man sich aber auch über etwas.

 

So habe ich mich über Kevin Prince Boateng noch im alten Jahr gefreut.

Eigentlich konnte ich ihn ja überhaupt nicht „schmecken“ wie man bei uns im Badischen sagt.

 

Aber siehe da, ich lese auf der ersten Internetseite, dass er froh wäre, wenn seine Tattoos weg wären und er nie wieder solche machen lassen würde.

 

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung und deshalb höre ich jetzt einfach auch auf zu schreiben.

 

In diesem Sinne gilt auch für 2020 L m a A – lächle mehr als Andere.

 

 



© Hans Ulrich Lochar 2020