Kulinarische Schwarzwald und Südbaden Tour!


Bild bitte 2 Mal klicken: Werner Nimietz in der Mitte mit Günter und Günter und Martin Dietsche vom Belchenhotel Jägerstüble.

Werner Nimietz

 

 

 

Wie kommt ein Kölner, der in Württemberg lebt, in den Südschwarzwald?

 

 

Offensichtlich fühlte sich Uli Lochar von meinem auf Facebook „geposteten“ Beitrag besonders angesprochen. Vermutlich versetzte ihn aber auch nur das dazugehörige Foto eines saftigen, knusprigen, goldgelb aus der Pfanne gehüpften Cordon bleus aus Kalbfleisch in kulinarisch-intellektuelle Wallungen.

 

Dieses Foto animierte ihn nämlich umgehend zu der Feststellung, der Kern eines klassischen Cordon bleus habe aus Kalb- und nicht aus Schweinefleisch zu bestehen. Er bestand darauf: Nur aus Kalbfleisch – Punkt!

 

Wir kannten uns bis dahin nur „virtuell“, lediglich als „Facebook-Freunde“. Jedoch führte dieses Ereignis zu einem Briefwechsel mit Uli Lochar, in dem er mich sodann in seine Heimat-Region einlud und dabei landschaftliches und lukullisches Glück versprach.

 

Der aus der Jogi-Löw-Stadt Schönau stammende „Schwarzwald Bueb“ Uli Lochar, Feinschmecker, Ex-Gastronomie-Lehrer in Villingen-Schwenningen und Blogger, schrieb mir: „Hinter dem Feldberg gibt’s auch noch Interessantes“.

 

Nun ja, er muss es ja wissen, dachte ich mir. Warum eigentlich nicht? Wir – das heißt meine Frau und ich – folgten also gespannt der Empfehlung zu einer gemeinsamen zweitägigen Tour mit dem Ehepaar Lochar.

 

 

Das Belchenhotel Jägerstüble:

 

 

Wir entschieden uns für das auf 1.100 Meter hoch gelegene Belchenhotel Jägerstüble. Dieses  ****Haus der Inhaberfamilie Dietsche nutzen viele Gäste gerne als Ausgangspunkt für Wanderungen oder Zweirad-Aktivitäten.

Auch für Tagungen sind die entsprechenden Einrichtungen vorhanden. Die Zimmer und Suiten sind sauber, geräumig, hell und ansprechend.

 

Statt den üblichen Informationsmappen auf den Zimmern findet man elektronische Tablets, was noch eine absolute Rarität in der Hotellerie darstellt. Alles in allem: Ein sehr angenehmes Quartier.

 

 

Wir hatten bei unserem Eintreffen Glück mit dem Wetter und fuhren spontan mit der Bergbahn auf den mit gut 1.414 Höhenmetern zweithöchsten Berg des Schwarzwalds, den Belchen, dem angeblich schönsten Berg im Schwarzwald. Fantastisch! Ein herrlicher Blick, der bei etwas klarerer Sicht sicher viele Details der deutschen und schweizer Alpen preisgegeben hätte.

 

Nun ja, Glück gehabt. Aber auch wenn’s mal regnen sollte, dann geht man – je nach Tageszeit – halt ins schöne Schwimmbad, taucht unter, oder man bleibt an der auch mit Wein und Spirituosen ordentlich ausgestatteten Bar sitzen bis es aufhört.

 

Vielleicht erfreut man sich stattdessen an der ambitionierten Küche der drei Herren des Hauses. Es lohnt sich nämlich. Von den beiden abends servierten Menüs seien an dieser Stelle einige als besonders gelungenen Gerichte hervorgehoben:

 

  • Ein dezent würziges Mousse vom Ziegenfrischkäse an Rucola und Mangochutney
  • Ein wunderbar zartes Kalbsrückensteak vom Grill in Cognacrahmsauce, begleitet von Pfifferlingen, Paprika und Serviettenknödeln
  • Eine mit Brokkoli gefüllte Galantine von der Poulardenbrust
  • Löblich die Spinatknödel mit Käsesauce auf Ratatouille. Für Freunde fleischloser Gerichte ist auch gesorgt
  • Last but not least: das hausgemachte Sorbet aus frischen Holunderblüten, die noch in der Umgebung beschafft werden.

 

 

Wir erlebten in diesem Haus ein nettes, kompetentes Service-Team und eine ehrlich entgegengebrachte Gastfreundschaft durch den Hotelier Günter Dietsche, der Seniorchefin Agnes sowie den Söhnen Martin und Thomas.

 

 

 

Süße Früchtchen in der Manufaktur Faller Konfitüren

 

 

Am zweiten Tag unserer Reise stand zunächst „Süßes“ auf dem Programm. Die Firma Faller Konfitüren, die sich an Premiumqualität und Nachhaltigkeit orientiert, ist mit etwa 80 Mitarbeitern seit langem für erstklassige Konfitüren bekannt.

 

Selbst Slow Food Deutschland e.V. hat Freude daran. Dank der perfekten Organisation unseres Reisemanagers Uli Lochar konnten wir den Familienbetrieb in Utzenfeld in Begleitung des Geschäftsführers und Inhabers besichtigen.

 

Natürlich war es für uns eine Ehre, vom kompetenten und sympathischen Thomas Faller empfangen und persönlich durch den Betrieb geführt zu werden.

 

Die hochwertigen Marmeladen bzw. Konfitüren entstehen aus frischen oder auch tiefgekühlten Früchten.

 

Gekocht wird in traditionellen Kupferkesseln. In modernen prozessgesteuerten Koch- und Kühlverfahren entstehen in etwas größeren Maßstäben als zu Hause Konfitüren der Extraklasse.

 

Dabei werden die Produkte peinlichst genau im Labor überwacht. Schließlich verlassen sie in Gläsern oder größeren Behältnissen (für z.B. Konditoreien) abgefüllt die Fertigung. Unsere guten Eindrücke von der Manufaktur und selbstverständlich den eingemachten süßen Früchtchen haben lange nachgewirkt.

 

Wir reden noch häufig darüber und schlecken noch immer.

 

 

Hotel und Restaurant „Der Waldfrieden – naturparkhotel“

 

Und schon ging es gegen Mittag weiter, entlang einer schmalen und steilen Serpentinenstraße aufwärts nach Todtnau-Herrenschwand.

Eine Strecke, auf der Gegenverkehr nicht unbedingt wünschenswert ist. Aufatmend standen wir auf 1.020 Höhenmetern vor dem fantastisch ruhig, fast einsam gelegenen, Hotel und Restaurant „Der Waldfrieden – naturparkhotel“, einem gastronomischen Familienbetrieb in der nunmehr dritten Generation.

 

Hier, bei Hotelier und Küchenchef Volker Hupfer, Absolvent der Höheren Hotelfachschule (HOFA) in Heidelberg, sollte man etwas Gutes zu essen bekommen, hieß es.

 

Das rote Schild mit dem BIP-Gourmand vom Guide Michelin, einer Auszeichnung für gutes Essen zum fairen Preis, stimmte durchaus optimistisch und ließ hoffen.

 

Was war das für ein Empfang! Freudig, herzlich warm und dennoch professionell korrekt. Als sich alles wieder beruhigte, aßen wir mit großer Lust und großem Vergnügen „kleine“ Mittagsmenüs. Niemand hat’s bereut!

 

  • Wir starteten mit optimal gebratenen, saftigen Jakobsmuscheln an Wildkräutersalat mit Balsamico Dressing, Kirschtomaten und gehobeltem Parmesan.
  • Es folgte ein perfekt rosa gebratenes Entrecôte vom heimischen „Hinterwälder Weiderind“, gratiniert mit Wildkräuterbutter, glasiertem Gemüse und einem einwandfrei gelungenen Kartoffelgratin.
  • Den süßen Abschluss bildete das köstliche Weißtannenhonig-Parfait mit Schokoladenröhrchen, Waldbeeren und Minze.

Wie freute ich mich doch schon beim Lesen der Speisekarte auf das Parfait vom Tannenhonig. Uli Lochar blieb bei meiner Begeisterung ja gar nichts anderes übrig, als mir bei der Bestellung zu folgen.

 

Schwärmte ich doch davon, weil mich damit eine sehr persönliche Erinnerung an die Nouvelle Cuisine der 1970er/80er Jahre verband. Wie oft misslang mir nämlich das Rezept „Schwarzwälder Tannenhonig-Halbgefrorenes“ vom legendären Rudolf Katzenberger anfangs OHNE Eismaschine („Katzenbergers Adler“, Rastatt).

 

 

Hotelier Volker Hupfer führte uns noch durch den beeindruckenden neuen Hotelkomplex mit Spa-Einrichtungen, der fünfzig Meter vom alten Stammhaus entfernt schön in die Landschaft eingegliedert wurde.

 

Ein Haus mit hellen Zimmern verschiedener Kategorien, Suiten sowie einem Appartement. Hier ist Entspannung und Erholung pur angesagt.

 

Resultat

 

Wir verbrachten zwei Tage und zwei Nächte im schönen Oberen Wiesental mit aufgeschlossenen, freundlichen Menschen und empfehlenswertem Essen.

 

Uli Lochar, der Original-Schwarzwald-Bueb, hatte mit der Reise eine gute Idee an mich herangetragen.

 

Wir bedanken uns hiermit nochmals, für die hervorragende Idee zu einer gemeinsamen kulinarischen Tour.

Es war sehr interessant, spannend und hat Spaß gemacht.

 

Ich bedanke mich bei Werner Nimietz und seiner netten Frau, dass meine Frau Marianne und ich ihnen teile unserer Heimat zeigen durften.

Es war ein großartiges Erlebnis für mich mit einem Kenner der gastronomischen Szene unterwegs zu sein.

Man lernt im Leben wirklich nie aus.

Dies habe ich im Zusammensein mit Werner Nimietz wieder mal bestätigt bekommen.

 



© Hans Ulrich Lochar 2019