Maitre Hubert Pfingstag!


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Die Poularde in der Salzkruste!

 

Seit Jahren war mein Wunsch einmal zu erleben, wie Maitre Hubert Pfingstag im „Schwarzen Adler“ in Oberbergen eine Poularde in der Salzkruste zerlegt. Ich habe es damals mal gesehen und wäre vor Begeisterung über das großartige Schauspiel am liebsten auf den Tisch gesprungen.

 

Vor einigen Wochen haben Freunde zu mir gesagt,  Mensch Uli, Du wolltest das doch noch erleben und wir auch. Frag doch mal in Oberbergen an, ob es nicht möglich ist, mit Genussfreunden in den „Schwarzen Adler“ zu kommen, um die Poularde in der Salzkruste zu essen.

Also schriftlich angefragt und eine Zusage für 12 Personen bekommen mit der Verpflichtung mit dem Maitre Hubert Pfingstag ein Telefongespräch über den Ablauf zu führen.

 

Vor der Stadtmauer Villingens habe ich an einem Samstagmorgen um 10 Uhr mit ihm gesprochen und wurde dabei von einer Genussfreundin, die zufällig vorbei kam, belauscht.

Ich habe sie zu mir her gewunken und dann konnte sie erleben wie der Genießer aus Villingen sich über das Tranchieren von mehreren Poularden in der Salzkruste unterhält. Sie konnte eigentlich nicht fassen, dass es Menschen gibt, die am Samstagmorgen nichts Besseres wissen, als sich über Poularden zu unterhalten.

 

Ich bin ja ein Spontanmensch und habe ihr gleich angeboten dabei zu sein, wenn wir den „Schwarzen Adler“ besuchen und Gott sei Dank konnte ich Maitre Hubert in einem persönlichen Gespräch in Oberbergen davon überzeugen, dass wir letztlich mit 17 Personen kommen konnten.

Es hat sich so eine Eigendynamik bei der Suche nach Genussfreunden ergeben, dass ich gar nicht dazu gekommen bin eine Auswahl zu treffen, obwohl ich eigentlich wegen meinem Vorhaben um Verschwiegenheit gebeten habe.

 

Ein bisschen hat mich das schlechte Gewissen Leuten gegenüber geplagt, die ich nicht einmal fragen  konnte, ob sie dabei sein wollen.

Die müssen mich halt jetzt fragen, ob ich noch mal Lust hätte, so etwas zu organisieren.

 

Ich weiß ja von meiner Zeit an der Landesberufsschule, was es bedeutet, eine Poularde fachgerecht zu tranchieren und es dann für 17 Personen  zu verlangen, ist eigentlich eine Zumutung.

Von wegen, nicht für Maitre Hubert!

 

Wir sind gestern am Montag, den 1.Juli 2019 mittags im „Schwarzen Adler“ gewesen und haben einige kulinarische und servicetechnische Stunden erlebt, die vermutlich „deutschlandweit“ seinesgleichen suchen.

Natürlich habe ich absichtlich einen Montagmittag ausgesucht, weil so etwas natürlich an einem ausgebuchten Wochenende nicht möglich ist.

Heute will ich nur auf die Poularde in der Salzkruste eingehen über alles andere was wir sonst noch dort erlebt haben, berichte ich demnächst.

 

Lieber Monsieur Hubert Pfingstag.

 

Gestern durfte ich dank Ihnen eine Demonstration von servicetechnischem Können erleben, wie ich es in dieser Art noch nie erlebt habe.

Ich kann mich noch an einen legendären Poularden – Abend im Parkhotel Wehrle in Triberg zu meinen VSR – Zeiten erinnern, wo die bekannten Oberkellner Remo Obino vom Wehrle und  Rudi Kröller vom Parkhotel Adler in Hinterzarten für uns Poularden tranchiert haben.

Die gebratenen Poularden haben damals freiwillig ihre Keulen ausgebreitet, als die beiden an das Tranchierbrett getreten sind.

 

Gestern war für mich der Karajan am Werk. Man hätte Vivaldis 4 Jahreszeiten abspielen können bei dieser handwerklichen Perfektion, die uns Monsieur Pfingstag geboten hat.

Unterstützt von netten jungen Leuten, die ihm zur Hand gegangen sind hat er ohne jegliche Hektik für uns mehrere Poularden zerlegt.

 

Mit der Tranchiergabel wurde zuerst die „Salzkruste“ beeindruckend  geöffnet und dann die Poularde herausgeholt präsentiert und in einer Schnelligkeit elegant zerlegt. Keule und Brust wurde auf von der Küche perfekt vorbereitete Teller mit feinsten Beilagen gelegt.

Ich stehe jetzt noch unter dem Eindruck von dem uns Gebotenen und kann nur jedem, der so etwas einmal erleben möchte, einen Besuch im „Schwarzen Adler“ in Vogtsburg Oberbergen im Kaiserstuhl empfehlen.

 

Gönnt euch mal Servierkunst auf allerhöchstem Niveau und genießt eine Ente, eine Poularde oder vermutlich auch einen Hummer oder großen Fisch von einem ganz großen Kellner, den ich als Maitre bezeichne, serviert.

 

Für mich ist er einer der „Kellner“  vor denen man in den 60er Jahren noch den Hut gelupft hat.

 

43 Jahre ist er schon im „Schwarzen Adler“  in Oberbergen.

Eine mich tief beeindruckende großartige Leistung.

 

Chapeau Monsieur  Maitre Hubert Pfingstag.

 



© Hans Ulrich Lochar 2019