Wunderwald und Raskolnikoff


Besondere Menschen – besondere Typen!

 

Wir waren die letzten Tage in Deutschlands Osten unterwegs, weil ich den Geburtsort meines Vaters Görlitz mal besuchen wollte.

 

Irgendwo im Hinterkopf hatte ich, dass mir vor einigen Jahren eine Schülerin über Facebook geschrieben hat, dass ich, wenn ich nach Meißen komme, sie mal besuchen soll.

Jetzt bekomme bei fast 800 Facebook –Freunden mal raus, wer das war und außerdem haben wir so beschäftigte Senioren keine Zeit zum Suchen.

Die schöne Stadt Meißen haben wir besucht und die Albrechtsburg bestiegen und beim vorbei laufen an der Weinschänke Vincenz  Richter habe ich zu meiner Frau Marianne noch gesagt, oh schau mal – sehr schön hier.

 

Wir haben in Zittau, der Partnerstadt von Villingen-Schwenningen Quartier bezogen und natürlich musste ich meinen Facebook – Freunden mitteilen, wo ich bin – man hält sich ja für wichtig!!!!!

 

Kaum ging meine Posterei ins Netz lese ich als Kommentar – und bei mir sind sie nicht vorbei gekommen – Bianca Wunderwald. Ehrlich gesagt hat mich dann das schlechte Gewissen geplagt, weil die Bianca vor Jahren so nett geschrieben hat. Ich wusste, dass wir 3 Tage später in Dresden sind und da habe ich mich dann entschlossen noch einmal nach Meißen zu fahren, um die Bianca zu besuchen.

Meine Frau war einverstanden, weil sie gemerkt hat, dass mir etwas daran liegt und außerdem weiß sie, dass es für mich einfach schön ist, frühere Schülerinnen und Schüler zu besuchen.

 

Bianca wusste wann wir sie besuchen und stand zum vereinbarten Zeitpunkt mit meinem Buch „Lochars Geschichte und Erzählungen“ in der Hand unter der Türe – das war sehr nett und als sie mir gesagt hat, dass sie heute noch der Meinung ist, dass jeder der das Buch liest, die Prüfung als Restaurantfachfrau/mann besteht, war der Lochar natürlich glücklich.

Nette Erinnerungen haben wir ausgetauscht und Bianca ist nach beeindruckenden Stationen in Deutschland und Liechtenstein wieder nach Meißen zurückgekehrt und heute als Restaurantleiterin in der Weinschänke Vincenz Richter  in Meißen tätig.

Dort erlebt man bei sehr guten Speisen und Weinen vom Weingut Richter eine junge Dame, die ihr Handwerk versteht und wenn diese dann ihrem einstigen Fachlehrer noch sagt, dass sie durch ihn die Begeisterung für das Arbeiten am Gast bekommen hätte, ist dieser natürlich im 7. Himmel.

Herzlichen Dank liebe Bianca Wunderwald für die nette Gastfreundschaft im Vincenz Richter in Meißen.

 

Auf unserer letzten Reise ins Piemont war der „Lichtschreiber“ dabei. Michael Schreiber kenne ich von Villingen und inzwischen ist er in Dresden tätig. Er hat einen wunderbaren Bildband über den Bäcker Waldkircher in Schwarz – Weiß vor Jahren heraus gebracht und daher kannte ich ihn.

Im Frühjahr war er bei unserer Piemont – Reise dabei und da hat es sich ergeben, dass wir ihm gesagt haben, dass wir demnächst in Dresden sind.

Menschenskind war dies ein großes Glück!

Michael Schreiber hat uns an einem Tag Dresden gezeigt, wie es sicher nicht sehr viele sehen.

Großartig was wir alles dank ihm sehen durften.

 

Der Höhepunkt war der Besuch im RASKOLNIKOFF.

Was ist das denn habe ich mir gedacht?

Er hat mir gesagt, dass ein Badener das RASKOLNIKOFF betreibt und sowohl er als auch das Lokal etwas ganz besonderes sei.

Bei der Fassade habe ich gedacht, Mensch wo führt er uns denn hin, aber dann sind wir durch das Lokal in den Garten gekommen und in diesem war kein einziger Stuhl frei.

Ja, es war sogar so, dass Leute auf Sitzkissen an der Hauswand saßen und darauf gewartet haben, bis ein Tisch frei wurde.

 

Wir waren schon um 18 Uhr da, weil wir eben im sogenannten „Wohnzimmer“ noch mit dem Badener verabredet waren.

Und dann stand dieser „großartige Badische Typ“ vor uns. Ich schreibe so etwas nicht einfach nur so, sondern nach 2 Stunden bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass wir hier einen ganz besonderen Gastronomen kennengelernt haben.

Gelernt im Goldenen Knopf in Säckingen, Küchenmeister vor der IHK Schwarzwald – Baar – Heuberg gemacht, studiert an der TH Dresden, Buchautor und noch vieles mehr steht im Lebenslauf dieses „Hotzenwälders“.

Michael Schreiber hat ihn vor Jahren durch Zufall kennen gelernt und führt seitdem jeden Dresdenbesucher zu ihm. Es stimmt, man muss Ralf Hiener und seine Mannschaft im RASKOLNIKOFF  in der Böhmischen Straße 34 in 01099 Dresden besuchen, um sagen zu können, gastronomisch habe ich etwas Außergewöhnliches in Dresden kennen gelernt.

 

Ralf Hiener beschäftigt 30 Leute und begeistert diese genauso mit seiner Art wie seine Gäste mit dieser und seiner außergewöhnlichen Kochkunst. Nicht umsonst ist auch der Feinschmecker auf ihn aufmerksam geworden.

 

Ich empfehle jedem einmal im RASKOLNIKOFF bei Ralf Hiener vorbei zu gehen um festzustellen, dass es Mitten im Stadtteil Neustadt eine ganz besondere Kneipe in Dresden gibt.

Meine Frau Marianne und ich waren begeistert und Michael Schreiber sehr dankbar, dass er uns zu Ralf geführt hat.

 

Nach diesem beeindruckenden Tag haben wir besonders gut im Hotel HYPERION – Hotel Dresden am Schloss – geschlafen, wo wir Dank unserem Schwiegersohn Jörg Lindenau eine Nacht in Dresden verbringen durften.

 

 

Uli Lochar 15. Juni 2019



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