Vo de Nase bis zum Schwanz!


 

Manchmal bereue ich, dass ich nicht öfters in eine Gaststätte gegangen bin und so war es gestern im Landgasthof Rebstock in Egringen.

Eigentlich habe ich zu diesem Landgasthof eine sehr lange Verbindung, weil ich mit dem Seniorchef  Dieter Krause in die Landesberufsschule nach VS – Villingen gegangen bin. Dies ist einige Jahrzehnte her, aber immer wieder sind wir beide uns begegnet und es war in den 90er Jahren so, dass wir uns ab und an auch mal mit unseren Familien getroffen haben.

Leider ist der Weg zwischen Villingen und Egringen nicht gerade der nächste und da überlegt man sich halt schon, ob man zum Essen bis an die Schweizer Grenze fährt. Egringen gehört zu Efringen -Kirchen und liegt nicht weit von Lörrach und Weil am Rhein.

 

Vor einigen Wochen bin ich wieder auf den Rebstock aufmerksam geworden, weil ich über Facebook auf einen Gutedel blog gekommen bin www.gutedel.blog

Da schreibt der Sohn von Brunhilde und Dieter Krause sehr nett über den Gutedel und viele andere gastronomische und genießerische Themen. Es lohnt sich diesen Blog anzuschauen. Das habe ich auch getan und dadurch bin ich mit Martin Krause, dem Inhaber des Rebstocks in Egringen in Verbindung gekommen.

 

Lustig ist es bei unserem Facebook – und Mailwechsel immer zugegangen und im Hinterkopf kam deshalb verstärkt der Gedanke bei mir auf, die Krauses wieder mal zu besuchen.

 

Letzte Woche habe ich dann gesehen, dass Martin Krause eine Aktion

„Vo de Nase bis zum Schwanz“ anbietet.

 

Er hat sich mit einem Metzger verbunden, der die Tiere auf eine schonende Art auf der Weide töten und verarbeiten darf, was mir sehr gut gefallen hat. Schlachtung mit Achtung nennt man das – siehe www.gutedel.blog

Jetzt hat er sich mit seiner Mannschaft zum Ziel gesetzt ein komplettes Hinterwälder Rind von der Nase bis zum Schwanz zu verarbeiten.

 

Als ich das gelesen habe, war für mich klar, dass wir zu den Krauses fahren  und wir haben noch 2 nette Bekannte, die auch gerne außergewöhnliches genießen gefragt, ob sie mitgehen würden.

So sind wir also zufälligerweise am Valentinstag nach Egringen in den Rebstock zum Mittag essen gefahren und zu unserer großen Freude stand die – inzwischen Seniorchefin – Brunhilde Kraus vor dem Lokal, als wenn sie auf uns warten würde. Nach der herzlichen Begrüßung sind wir in der immer noch heimeligen und sehr gemütlichen Gaststube von Martin Krause genau so herzlich empfangen worden. Er hat doch tatsächlich gesagt – do chunt de Influenzer. Übrigens hatten wir uns telefonisch angemeldet, was ich eigentlich immer mache, wenn wir irgendwo nicht nur zu zweit zum Essen gehen.

 

Gott sei Dank gibt es in Egringen noch eine Wirtschaft, die auch mittags geöffnet hat. Für mich war ganz klar, dass ich etwas „ Vo de Nase bis zum Schwanz“ esse und das für meine Frau überhaupt nicht in Frage kommt. Bei unseren Bekannten war das Verhältnis genau so, nur ist es dort so, dass die Frau gerne auch etwas isst, was sie nicht kennt und beim Mann ist der Hang nach Innereien nicht gerade vorhanden.

 

So habe ich mich mit der Bekannten entschieden, Martin Krause zu fragen, ob er uns nicht aus dem reichhaltigen Angebot ein Menü zusammenstellen will. Wir haben uns dann für eine Variation von verschiedenen Vorspeisen entschieden. Den Hauptgang hat jeder  selbst ausgesucht.

Ich weiß nicht, ob ich jemals schon

Carpaccio vom Ochsenmaul mit geröstetem Kuttelsalat gegessen habe und dies gilt auch für Bauch und Bäckle „Süßsauer“ vom Hausschwein auf Asiagemüse.

Auf jeden Fall waren wir beide hin und weg – großartig war es und nicht vergessen will ich auch das gereichte Brot dazu.

 

Meine Frau hat sich zu meiner Überraschung für das Valentins – Überraschungsmenü entschieden aber natürlich den Martin gefragt, was alles dabei ist. Der hat nur geschmunzelt und gesagt, es soll ja eine Überraschung sein.

 

Wenn ich meiner Marianne am Morgen gesagt hätte, dass sie heute eine Suppe mit Gambas und Jakobsmuschel isst, hätte sie mich für verrückt erklärt und dies gilt genauso für den Hauptgang mit Fasan.

 

Sie war genau so begeistert wie wir und dies gilt auch für unseren Genussfreund, der sich für Rosa gebratene Rehnüsschen mit Spätzli und Rotkraut entschieden hatte.

 

Menschenskind! Es war alles vorzüglich was wir essen durften und der Gutedel vom Brenneisen in Egringen hat uns dazu genauso gut  geschmeckt wie der Sasbacher Halde Spätburgunder den anderen.

Ein regelrechter kulinarischer Hochgenuss war das alles und dank meiner  Schwärmerei hat uns de Dieter sogar noch einen feinen Tellergallert probieren lassen.

 

Ich war so richtig froh und glücklich, nach dem Mahl auch aus dem Grund, weil ich mich mit eigentlich alten Freunden bei bestem Essen wieder mal unterhalten durfte.

 

Es ist schade, dass der Weg von Villingen nach Egringen relativ weit ist, sonst würde man uns dort sicher des Öfteren sehen, aber ich hoffe, dass wir noch einige schöne Stunden bei den Krauses im Rebstock in Egringen verbringen dürfen.

 

Ich finde es toll, dass Martin Krause die Ratschläge seines Vaters in der Küche zusammen mit seiner Mannschaft annimmt, wodurch die Gäste auch in den Genuss kommen, Speisen zu essen, die man nicht überall bekommt und die eine große Tradition haben. Wenn dann noch ein moderner Touch durch den Sohn dazu kommt, ist es doch in Ordnung.

 

Besuchen Sie mal den Rebstock in Egringen und die Familie Krause und genießen sie einen Landgasthof auf allerhöchstem Niveau!

Landgasthof Rebstock Egringen

Martin Krause

Kanderner Straße 21

79588 Efringen – Kirchen/Egringen

www.rebstock-egringen.de

Montag und Dienstag Ruhetag, Hotel täglich geöffnet



© Hans Ulrich Lochar 2019