Fleischlos an Weihnachten!


Veganer, Vegetarier oder sonst etwas!

 

In letzter Zeit ist mir bei Treffen mit Bekannten und Freunden aufgefallen, dass es neuerdings für manche ein Weihnachtsproblem der besonderen Art gibt.

So kurz vor Weihnachten frage ich gerne, was sie an Weihnachten vorhaben und was gekocht wird.

 

Hör mir auf, was gekocht wird, kommt dann häufig die Antwort.

Unsere Kinder kommen mit ihren Familien und die sind seit neuestem Veganer. Wir müssen erst mal Kochbücher wälzen, damit wir wissen, was wir für alle kochen können.

 

Ein Freund hat mir gesagt, dass er sich heimlich an den Kühlschrank schleichen muss, wenn er ein Stück Wurst essen möchte, weil die Schwiegertochter auf keinen Fall möchte, dass ihre Kinder sehen, wie der Opa Wurst ist.

 

Gestern war ich wieder am wunderbaren Käsestand von der Familie Haaga auf dem schönen Villinger Markt rund ums Münster und da hat ein Kind mit leuchtenden Augen eine Scheibe Käse von Frau Haaga angenommen.

Unsere Enkel aus dem Münsterland freuen sich auch immer wenn sie bei den Haagas ein Stück Käse, beim Metzger eine Scheibe Wurst und bei Gemüse – Glaser eine Karotte bekommen, aber sie gehören zu den Glücklichen, die alles essen dürfen.

 

Mir persönlich ist vollkommen egal, ob jemand Veganer oder Vegetarier ist, so lange sie mich in Ruhe damit lassen.

Ich habe sehr viel Verständnis dafür, wenn jemand dazu geworden ist, weil er einfach mit dieser irrsinnigen Mästerei der Tiere nichts mehr zu tun haben möchte, aber man hat ja auch die Möglichkeit z.B. das Fleisch dort zu kaufen, wo man weiß, dass die Tiere in Freiheit und mit vernünftigem Futter aufgezogen wurden.

 

So machen wir es! Manchmal kaufe ich beim Landmetzger Weißer in Tennenbronn – Dobel , wenn er frisch geschlachtet hat und manchmal auch beim Landwirt Zimmermann in Todtnau – Geschwend, wenn es frisches Hinterwälder Rindfleisch gibt.

Wurst esse ich ganz selten und eigentlich nur dann, wenn ich den Metzger persönlich kenne. Bei Hebi Graß in meiner Heimatstadt Schönau hole ich mir immer wieder mal einen sehr guten Speck und die herrlichen Serbele.

 

Veganer oder Vegetarier sind mir absolut nicht unsympathisch, weil doch jeder nach seiner Fasson leben sollte.

 

Ja, was sollen denn jetzt meine Freunde kochen, wenn die V – Leute an Weihnachten einfallen. Einer hat mir gesagt, ich lasse meine Schwiegersöhne kochen und er besorge die Zutaten und  das ist schon Stress genug und der andere ist am Überlegen, ob er nicht ein Schild an die Haustüre hängen soll wie Vincent Klink in seiner Wielandshöhe in Stuttgart.

 

Ich bitte alle V – Leute um Verständnis, dass ich ihre Wünsche in meinem Restaurant nicht erfüllen kann.

 

Gott sei Dank geht dieser Krug an mir vorbei, wir fahren zu unserer Tochter mit  Familie ins Münsterland und freuen uns, dass wir ein Schäufele und Speck vom Grass Hebi mitbringen dürfen.

 

Uli Lochar

 



© Hans Ulrich Lochar 2018