Der Dominik vom Heiligenbrunnen!


Gasthaus Heiligenbrunnen  und der Dominik.

 

Es gibt Schüler, die ich einfach nicht vergessen kann und dazu gehört auch der Dominik Ketterer vom Heiligenbrunnen in Titisee – Neustadt.

 

Er hat sowohl Koch als auch Restaurantfachmann gelernt und in beiden Berufsbildern durfte ich ihn in Servier – und Getränkekunde unterrichten. Unvergesslich sind für mich viele Rollenspiele mit den Schülern und dazu gehören vor allem jene mit der Klasse mit Dominik.

 

Er hat einen Gastgeber gespielt, der so richtig in den Schwarzwald  passt und wenn ich dann zu ihm gesagt habe, dass einige Gäste die Dialektsprache vielleicht nicht so gut verstehen, hat er auf seinem „hochdeutsch“ dafür gesorgt, dass mir jetzt noch vor Lachen die Tränen kommen, wenn ich daran denke.

 

Es war aber in keiner Weise lächerlich, sondern so, wie ein Schwarwälder Bue sein sollte nett, lustig und weltoffen.

Mich hat natürlich damals schon interessiert wo der Heiligenbrunnen liegt und während einem Aufenthalt  in der Földi Klinik in Hinterzarten bin ich dann mal zu den Ketterers hochgewandert.

 

Schon damals war ich von der Atmosphäre im Heiligenbrunnen und von der Art wie dort Schwarzwälder Gastronomie zelebriert wird begeistert.

 

Immer wieder mal habe ich den Dominik im Heiligenbrunnen besucht, allerdings sind seit meinem letzten Besuch einige Jahre vergangen. Am Sonntag, den 29. Juli 2018 war es nun wieder mal so weit. Mit einer langjährigen Freundin von uns haben wir uns vom Thurner auf den Weg zum Heiligenbrunnen gemacht.

 

Trotz sehr warmen Temperaturen war es sehr schön und angenehm, weil auch einige Waldstücke zur Wegstrecke gehörten. Hier empfehle ich übrigens den Wanderern bei der letzten Wegkreuzung ca. 1,5 km vor dem Heiligenbrunnen den linken Weg Richtung Heiligenbrunnen einzuschlagen und nicht den rechten , der ist nämlich eine „Chripfe“ wie wir im alemannischen sagen – also steil, steinig und schwierig zu begehen.

 

Wir haben es dann doch noch zum Heiligenbrunnen geschafft und sind dort eingekehrt. Schon der Garten zeigt, dass hier Leute mit viel Liebe für das Auge und für die Gäste etwas tun.

Zwischen vielen heimischen Blumen und Gemüse macht selbst der Komposthaufen einen sehr guten Eindruck. Die Blumen für die hauptsächlich Frau Ketterer sen. zuständig ist, sind eine wahre Pracht und sowohl Terrasse als auch heimelige Wirtschaft mit Nebenzimmer waren sehr gut besucht.

 

Wir haben aber Gott sei Dank noch einen kleinen Tisch bekommen.

Ich bin froh, wenn ich nicht gleich erkannt werde.

Eine nette und hübsche Bedienung hat uns die Getränke gebracht und die sehr guten hausgemachten Speisen serviert.

Ich hatte mich für das Tagesmenü mit Rehragout, hausgemachten Spätzle und Preiselbeeren entschieden und war regelrecht von der Qualität des Rehragouts begeistert. Genau so stelle ich mir ein Schwarzwälder Rehragout vor und kein Wildragout mit einem hohen „Wildsau – Anteil“.

 

Wenn wir nicht schon am Samstag zu Hause Pfifferlinge vom Markt gemacht hätten, hätten wir mit Sicherheit ein Gericht von der Pfifferlingkarte genommen.

 

Also lieber Dominik, ich bin stolz auf dich, dass du zu Hause im Heiligenbrunnen so gut, regional und mit Liebe – man merkt es – kochst.

Geradezu begeistert bin ich, dass der Kerle vom Heiligenbrunnen eine sehr nette einheimische Frau gefunden hat, obwohl die spontan zu uns gesagt hat, dass sie Gott sei Dank nicht gewusst hat, wer ich bin, sonst wäre ihr vermutlich vor Aufregung der Teller runter gefallen.

 

In dieser Hinsicht stelle ich ein für alle Mal klar, dass ich nirgendwo eine spezielle Behandlung erwarte, sondern einfach nur Service mit Herz und gute und frische Küche mit begleitenden Weinen, die nicht angereichert wurden.

 

Plötzlich habe ich dann den Dominik hinter der Theke beim Erfrischungstrunk entdeckt und bei uns beiden war die Freude sehr groß, dass wir uns wieder einmal gesehen haben.

Auch seine Mutter hat sich mit uns gefreut. Leider ist der Vater viel zu früh mit 58 Jahren vor 3 Jahren gestorben und die jungen Leute haben inzwischen den Heiligenbrunnen übernommen und sind froh, dass die Mama noch mit viel Elan dabei ist.

Inzwischen ist auch ein Töchterle angekommen. Sie war allerdings zu Sonntagsbesuch bei den Schwiegereltern, damit alle anderen Familienmitglieder sich voll auf den Gast konzentrieren konnten.

 

Liebe Leser dieser Zeilen, ich schreibe aus vollem Herzen, dass ich froh bin, dass es noch so heimische Wirtschaften wie den Heiligenbrunnen in Titisee – Neustadt gibt und Familien, die bereit sind für den Gast alles zu tun. So selbstverständlich ist dies nämlich alles nicht und darüber sollte vielleicht auch mal mancher Gast nachdenken.

 

Alles Gute für den Heiligenbrunnen und die Familie Ketterer und für alle, die mal hin möchten hier die Daten:

 

 

Gasthaus Heiligenbrunnen Familie Ketterer

Heiligenbrunnenstraße 36

79822 Titisee – Neustadt

Telefon 07652 381

info@heiligenbrunnen.de

www.heiligenbrunnen.de

Ruhetage:

Montag ab 14 Uhr 30 und Dienstag.

 

 

 

 



© Hans Ulrich Lochar 2019