Freundlichkeit ist das oberste Gebot!


Manchmal erlebt man auch am Telefon Überraschungen.

Da hat mich doch neulich eine nette Dame vom Kaiserstuhl angerufen und Interesse für meine Piemontreise gezeigt.  Im Laufe des Gesprächs habe ich sie gefragt, wo sie am Kaiserstuhl wohnt.

 

Sie hat mir dann ihren Wohnort genannt und ich habe daraufhin zu ihr gesagt, dass ich da die Wirtin eines Gasthauses kenne, die bei mir in die Schule gegangen ist.

Als die nette Dame den Namen gehört hat, hat sie zu mir spontan gesagt  „Ja wa hen sie au mit „ Dere“ g’macht“?

 

Die ist ja nicht in der Lage mal ein freundliches Gesicht zu machen, wenn sie aus der Küche kommt oder eventuell zu grüßen und wenn die 93jährige Schwiegermutter nicht wäre, die den Betrieb aufrecht erhält ginge niemand mehr hin.

 

Ich bin regelrecht erschrocken, weil ich die damalige Auszubildende Köchin nicht unangenehm in Erinnerung habe. Sie stammte nämlich aus einem Nachbarort von Schönau und wir Wiesentäler sind doch eigentlich als freundliche Menschen bekannt.

Jetzt fahre ich demnächst mal an den Kaiserstuhl und da hatte ich eigentlich vor, besagte damalige Auszubildende als Wirtin zu besuchen.

 

Wenn es aber so sein sollte, dass sie keine Lust hat mit Gästen umzugehen, bitte ich natürlich darum in der Küche zu bleiben und sich auf keinen Fall sehen zu lassen.

Ich habe ja den leisen Verdacht, dass sie von „Natur aus“ nicht unbedingt gerne in der Öffentlichkeit steht, aber, wenn man Wirtin ist, gehört dies einfach dazu und deshalb sollte sie sich sagen:

 

„So, ab heute wird es anders und do werde alli luege wie freundlich i si cha.“

 

Ich jedenfalls würde mich sehr freuen, wenn mich demnächst eine freundliche Wiesentälerin am Kaiserstuhl begrüßen würde und bitte um Verständnis, dass ich keine Namen genannt habe, weil ich einfach auf Besserung hoffe.

 

Es kann nicht sein, dass jemand, der bei mir in den Unterricht gegangen ist, nicht gelernt hat, dass „Freundlichkeit“ in der Gastronomie das oberste Gebot ist.

 



© Hans Ulrich Lochar 2021