Bleib wie Du bist!


Das freut einem natürlich:

Bleib wie du bist hat mir vor einer 1/2 Stunde ein früherer erfolgreicher Gastronom entgegengerufen, den ich getroffen habe.

Er liest scheinbar mit Begeisterung meine Kolumnen und freut sich darüber, dass ich immer wieder mal meine Meinung kundtue.

Mich freut natürlich auch, dass ich gelesen werde und weil es mir so viel Spaß macht schreibe ich jetzt einfach mal drauf los.

 

Letzte Woche hat sich ein “ Facebookler“ darüber aufgeregt, dass ich einem anderen empfohlen habe, jemanden anzuzeigen, der einem den Stinkefinger zeigt. Ich habe allerdings auch dazu geschrieben, dass ich empfehlen würde diesen mal in einen Benimm – Vortrag von Uli Lochar zu schicken. Das Anzeigen hat den Herrn geärgert. Es wäre so typisch deutsch – gleich anzeigen.

 

Das glaube ich eigentlich nicht, dass dies typisch deutsch ist. Gott sei Dank bin ich persönlich noch nicht in die Stinkefinger – Situation gekommen, aber ansprechen würde ich die Person auf jeden Fall. Wenn allerdings jemand dann nicht mit sich sprechen lässt, könnte es schon zu einer Anzeige kommen.

Ich nehme mit Sicherheit nicht alles selbstverständlich hin und ich finde es auch nicht gut, dass wir für zu vieles Verständnis aufbringen.

Es kann doch z.B. nicht sein, dass bei uns ein Ladendiebstahl stattfindet und der Verursacher oder die Verursacherin dann vermutlich nach einer Verwarnung nie wieder etwas hört.

Ich finde da sollte man sich etwas einfallen lassen wie z.B. Handysperrung oder Führerscheinsperre – und im Wiederholungsfall sogar Führerscheinentzug.

Es ist auf jeden Fall etwas was weh tut und für mich ist ein Ladendiebstahl keine Kavaliersdelikt und als Verletzung der Menschenrechte betrachte ich solche Strafen nicht.

 

Überhaupt scheint die Klauerei für manche sogar ein Hobby zu sein. Da pflückt man wie selbstverständlich Äpfel und sonstiges auf irgendwelchen Wiesen und natürlich gehören die Blumen, die aus dem Garten herausragen der Allgemeinheit.

Neulich habe ich eine “ würdevolle“ Dame bei der Tätigkeit entdeckt, Blumen aus einem Garten abzuschneiden und mitzunehmen.

Ich konnte mich einfach nicht beherrschen und habe der Dame gesagt, dass sie eben aus dem Garten meines Freundes Blumen entwedet hat und ich dies nicht gut finde. Wenigstens einen hochroten Kopf habe ich ihr dadurch vermittelt und wenn sie mir jetzt begegnet, wechselt sie die Straßenseite.

Übrigens war das mit dem Freund eine “ Notlüge“.

 

Eine Gaststätte hatte nach einem Fest letztes Wochenende keine Bierkrüge mehr, weil sie aus Gutgläubigkeit auf der Terrasse kein Pfand genommen haben – geht’s noch?

 

Sicher sollte man Kleinigkeiten nicht sofort anzeigen, aber ich bin der Meinung, dass man auf jeden Fall den Mund aufmachen sollte, wenn man etwas sieht, was sich nicht gehört.

 

So, das war jetzt wieder mal spontan und ich wünsche den Lesern noch einen schönen Tag.

 

Uli Lochar – 27.Juni 2017

 

 



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