Manieren – Ehrensache!


Sind Manieren überhaupt noch in? Ich behaupte ja. Was sich da allerdings teilweise als Knigge – Nachfolger präsentiert überzeugt mich nicht immer.

Warum soll ich denn plötzlich nicht mehr „Gesundheit“ sagen dürfen, wenn jemand niest?

Gerade bei uns im Badischen gehört das G’sundheit doch dazu und dabei werde ich auch bleiben. Natürlich versuche ich mich beim Niesen wegzudrehen und entschuldige mich auch dafür.

 

Ein Knigge – Nachfolger bin ich nicht, aber über gute Manieren freue ich mich immer. Großartig finde ich das Buch Manieren von Asfa – Wossen Asserate ISBN 3-8218-4739-5 einem Äthiopier, der ab dem 16. Lebensjahr in Deutschland aufgewachsen ist. Er sagt z.B., dass Manieren das Parfüm sind, das vergessen lässt, dass wir stinken.

 

Manieren gehören im täglichen Leben für mich einfach dazu und sollten für jeden Menschen eine Ehrensache sein.

So habe ich mir strikt angewöhnt, nur im Sitzen zu essen. Ich finde es schrecklich, wie viele Menschen mit einem Fast – food – Leckerbissen mittags durch das schöne Villingen hetzen.

 

Eigentlich gibt des doch überall Sitzgelegenheiten wo man sich zum Essen niederlassen kann. Natürlich wäre es auch schön, wenn man die heimische Gastronomie unterstützen würde, die durchaus akzeptable Angebote hat und wo man gemütlich sitzen kann zum Essen.

Zu den ganz normalen Manieren gehört für mich auch, dass ich meinen „Abfall“ nicht einfach auf die Straße werfe. Dafür gibt es genügend Mülleimer – und wenn nicht, steckt man es in seine Tasche und wirft es daheim in die Mülltonne.

 

Da sind natürlich die Zigarettenkippen und Kaugummis ein besonderes Thema.

 

Vermutlich ist es nicht jedem bewusst, dass es auch sein Geld ist, das für die Stadtbediensteten verwendet wird, die unseren Dreck wieder einsammeln müssen.

 

Ganz schlimm benehme ich mich, wenn ich an einer Fußgängerampel stehe. Ich kann absolut nicht verstehen, wenn Erwachsene bei Rot über die Straße laufen. Hier sind auch manche Erwachsene keine guten Vorbilder. Überall hängen an den Ampeln Schilder mit der Bitte bei Rot stehen zu bleiben und dies sollten wir als Vorbilder für die Kinder auch tun.

 

Ein Problem für mich ist auch ein Anruf in der Mittagszeit. Ich finde, dass man zwischen 12Uhr und 14 Uhr nur in ganz dringenden Fällen jemanden anrufen sollte. Warum man abends nach 21 Uhr noch irgendwo anrufen muss, ist mir auch nicht klar.  Im Zeichen des Handy wird ja selbst auf der öffentlichen Toilette während des „Geschäfts“ telefoniert. In den Lokalen gehört es ab und zu schon zum guten Ton, dass man sich anrufen lässt – man ist ja eine wichtige Persönlichkeit!

 

Da sind mir die doch lieber, die plötzlich vom Tisch aufspringen, weil ihre Hosentasche vibriert.

 

Übrigens ist „Handy“ auch wieder so ein „verdenglischtes“ Wort, das weder englisch noch deutsch ist.

Apropos Geschäft. Manche, wenn nicht jede Frau, würde sich wünschen, wenn sich die Männer auch beim „kleinen Geschäft“ hinsetzen würden. Danach sollte es selbstverständlich sein, dass man sich die Hände wäscht.

 

Für manchen Personalchef sind gute Manieren auch ein Kriterium, für eine Einstellung.

 

In diesem Sinne: Manieren gut – alles gut!

 

In der letzten Zeit habe ich einige Benimm – Vorträge unter dem Motto

„ Benehmen heutzutage aus meiner Sicht“ gehalten.

 

Ich stelle fest, dass Sie sehr gut ankommen und das freut mich.

 

Wenn jemand an einem solchen Vortrag interessiert ist, darf man sich gerne unter

Lochar@t-online.de melden.

 

Uli Lochar

 

 

 

 

 



© Hans Ulrich Lochar 2019