Advents – und Weihnachtszeit.


Benimm – Tipps für Weihnachten.

 

Früher war die Adventszeit ja die zweite Fastenzeit und ich habe mir vorgenommen dieses Jahr wenigstens etwas darauf zu achten. Wie können wir uns dann auf die Weihnachtsspezialitäten freuen. Auf meine geliebten Nüsse werde ich allerdings nicht verzichten, weil ich auch glaube, dass sie gesund sind. Nur wird meine Frau mit Sicherheit staunen, wenn ich plötzlich den Staubsauger nehme um die Reste meiner Nussknackerei zu entfernen.

 

Kinder kann man auf Weihnachten auch dadurch vorbereiten, dass sie einen lesbaren Wunschzettel schreiben. Mit lesbar sind natürlich, die Kinder gemeint, die schon schreiben können. Wie schön war doch die Zeit, als man noch die Schönschrift geübt hat und dazu hilft vielleicht so ein Weihnachtswunschzettel. Viele Frauen würden ihren Männern mit solch einem Wunschzettel auch eine Freude machen, weil wir dadurch auch wüssten was sich unsere Liebsten wünschen.

 

Wenn Sie dann in der Vorweihnachtszeit trotzdem mal zu einem Weihnachtsgebäck oder Guzele greifen darf man dies auf jeden Fall mit den Fingern tun. Es ist empfehlenswert die Plätzchen auf einen Teller zu legen und nach dem Essen die klebrigen Hände mit einer Serviette abzuputzen.

 

An Weihnachten selbst wird meistens ein aufwändiges Weihnachtsmahl wie knusprig gebratene Weihnachtsgans mit Rotkraut und hausgemachten Knödel oder  Rehrücken mit Rosenkohl, handgeschabten Spätzle und Preiselbeeren zubereitet. Dies gilt besonders für den 1. Weihnachtsfeiertag. Am Heiligen Abend stehen in unserer Region eher Gerichte wie Würstchen und Kartoffelsalat oder Schäufele mit Kartoffelsalat im Vordergrund. An beiden Tagen dürfen sich Kinder und Väter durch Mithilfe im Haushalt auszeichnen.

Beim Essen der Gans ist es selbstverständlich erlaubt eine Gänsekeule in die Hand zu nehmen, nur sollte man sich in diesem Fall eine so genannte Fingerbowle – lauwarmes Wasser mit Zitronenscheibe – gönnen. Die Hände riechen anschließend sicher besser als nach der Reinigung mit einem Erfrischungstuch. Für die Knochenreste muss selbstverständlich ein Ablageteller auf den Tisch gestellt werden. Natürlich darf man auch mit dem Messer das Fleisch der Gans schneiden und dieses auch bei den Knödeln zur Hilfe nehmen. Zu Knigges Zeiten hat man ja Kartoffeln nie geschnitten aber ich glaube, dass wir heute auf jeden Fall das Messer als Hilfsmittel benützen dürfen. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall die Weihnachtsgans den Gästen zu präsentieren und dann in der Küche zu zerlegen. Wenn sich dies jemand vor den Gästen zutraut, gehört dies zweifellos zu den großen Servierkünsten.

 

Darf man Wiener Würstchen mit den Fingern essen? Normalerweise ist sicher nichts dagegen zu sagen, aber zum Kartoffelsalat braucht man in jedem Fall das Besteck und deshalb kann man dies auch für die Würstchen nehmen.

 

Überall finden Weihnachtsfeiern statt. Normalerweise geht man zu einer Weihnachtsfeier auch ordentlich angezogen. Es muss nicht immer mit Krawatte sein aber man sollte sich bei einer solchen Feier auch nicht deplaziert fühlen. Turnschuhe und Jogginganzüge haben für mich bei einer Weihnachtsfeier nichts zu suchen. Ideal ist es auch, wenn der Einladende einen kleinen Hinweis zur Weihnachtsfeier gibt. Dazu gehört auch etwas zum Programm zu sagen, damit aus einer Weihnachtsfeier nicht ein vorgezogener Fastnachts – Zunftabend wird.

 

Nicht vergessen sollte man auch, dass verschiedene Getränke zur Weihnachtszeit gehören. Ein Weihnachtspunsch oder ein Glühwein kann man auch alkoholfrei machen.

Zu den genannten Festbraten würde ich in jedem Fall einen gehaltvollen Rotwein nehmen.

Hier bieten uns die Winzer aus Baden und Württemberg eine große Palette an. Ein Badischer Spätburgunder oder ein Württembergischer Lemberger sind sehr geeignet.

Vergessen Sie aber nicht beim Anstoßen das Weinglas am Stiel anzufassen. Zu Würstchen und Schäufele mit Kartoffelsalat würde ich ein heimisches Bier empfehlen.

 

In diesem Sinne wünsche ich eine frohe Vorweihnachtszeit.

 

Uli Lochar

 



© Hans Ulrich Lochar 2019