Piemontreise 2015


Ein wunderschöner Aufenthalt im geliebten Piemont.

Mein Gott, man braucht einfach ein bisschen Zeit, bis man alles verarbeitet hat. Wir waren vom 29.10.15  bis 01.November 15 im Piemont. Inzwischen habe ich etwas Routine im organisieren dieser Reise bekommen. Wir sind ja kein Reiseunternehmen, sondern machen eine Privatreise mit einem Bus. Ein Volltreffer ist mir letztes Jahr mit dem Engagement von einem Bus der Firma Merz Unterkirnach – Blumberg und ihrem Chauffeur Milan gelungen. Fantastisch wie ruhig der Milan fährt und an alles aber auch wirklich alles im Voraus denkt. Wir hatten einen Bus für 44 Personen und waren 23.  Kaum waren wir südlich von Milano und schon hatten wir schönes Wetter und konnten so an einem Rastplatz einen Tisch aufbauen und die mitgebrachten Delikatessen genießen. Ja, schon da fing es mit den Delikatessen an!

Das Originalbauernbrot aus Langenschiltach hat da als Gegenpart einen original westfälischen Schinken gefunden und zum Holländer Käse hatten unsere Freunde aus dem Münsterland  dazu sogar original Pumpernickelbrot mitgebracht. Landjäger von der Räucherei Lupold – Bonath in Bad Dürrheim waren genauso dabei, wie Rauchwürste aus Ahlen/Westfalen. Nicht zu vergessen war natürlich auch Wein als korrespondierendes Getränk vorhanden und selbstverständlich auch Schwarzwald Champagner – Bad Dürrheimer Mineralwasser. Zum Bad Dürrheimer Hefezopf hat uns dann der Milan noch einen sehr guten Lavazza – Kaffee gemacht. Wir waren 23 Leute aus mehreren deutschen Landschaften und da könnt ihr euch vorstellen, was für eine Weinlandschaft da auch zusammen gekommen ist. Vom edlen Pfälzer Rosé über den Trollinger vom Weingut Drautz – Able und Affentaler Riesling bis zum Schliengener Gutedel war alles vorhanden. Beinahe hätte ich es vergessen, dass wir auf die Reise zuerst mit einem hervorragenden Asti Spumante vom Hause Zonin angestoßen haben. Wer glaubt, dass wir damit fertig sind, täuscht sich aber sehr. Wir hatten nämlich noch die Irmgard und den Edmund dabei und das ist nicht irgendwer, sondern die Seniorchefs von der Edelbrandbrennerei Marder in Albbruck – Unteralpfen. Ich kann euch sagen, spätestens nach dem Haselnussgeist vom Edmund war die Stimmung schon so, dass wir mit dem Bus am Liebsten bis Sizilien gefahren wären, aber wir wollten ja zur Tageszeit noch in unseren Quartieren im Hotel Mongalletto und im Il Borgo in Castellinaldo ankommen, wo wir von unserem Freund Marco Savigliano vom Weingut Mario Savigliano in Diano d’Alba erwartet wurden. Es war Gott sei Dank kein Problem, alle netten Mitreisenden unterzubringen, nur habe ich bezüglich Unterkunft gelernt, dass es bei  Lochars in Zukunft nur noch 2 Einzelzimmer gibt. Für meine Frau ist es schlicht und einfach eine Zumutung nach Hochgenüssen mich schnarchenden Gatten zu ertragen.  Es war ja schon so, dass ich gedacht habe, Mensch schnarcht die Marianne laut, bis ich gemerkt habe, dass ich es selbst bin. Wir hatten keine Chance noch ein Zimmer zu bekommen, weil im Piemont natürlich zu Zeiten der Trüffelmesse alle Hotels belegt sind. Apropos Trüffel!  Natürlich kann ich zu unserem Preis kein Trüffelmenü anbieten, aber selbstverständlich ist für mich, dass ich in der Küche nachfrage, ob sie weißen Trüffel haben . Siehe da, dies war schon am ersten Abend der Fall und da haben wir für 4 €.- pro Gramm den weißen Alba – Trüffel zu der Pasta genossen. Seitdem ich letztes Jahr zwei Ärzte bei den Weinfreunden dabei hatte, bin ich von der aphrodisierenden und lebenserhaltenden Wirkung des Trüffel total überzeugt, nur nützt dir dies alles nichts, wenn er zum Schnarchen anregt. Begonnen haben wir das Menü mit einem Arneis aus dem Roero und dann gab es zu sehr guter Kost den Dolcetto und den Barbera von Marco.

Am Freitag, den 30.Oktober 2015 begann dann unsere Besichtigungstour im Piemont. Eine schöne Fahrt führte uns von Castellinaldo in Richtung Diano d´Alba, vorbei an Reben und bei herrlichstem Wetter. Irgendwann sind mir viele Haselnusssträucher aufgefallen. Plötzlich waren ganze Plantagen zu sehen und unser Ziel war ja ein Hasennussproduzent bei dem übrigens auch die Lochars noch nie waren. La Regale heißt das Unternehmen, das die „ Nocciaola del Piemonte“ produziert. Extra für uns stand der Inhaber mit einem jungen Mitarbeiter zur Verfügung der ordentlich deutsch konnte. Wir konnten  den kompletten Produktionsablauf der Haselnussherstellung sehen und haben die beiden Damen bewundert, die 8 Stunden an einem Förderband sitzen und die Endkontrolle machen, bevor die Haselnüsse verpackt werden. Die Haselnuss gehört, genau wie der Wein und der Trüffel, zum Piemont und mit dem heutigen Tag haben wir festgestellt, dass wir bei La Regale zu wenig Nüsse mitgenommen haben und uns diejenigen, die wir hier jetzt wieder gekauft haben nicht so schmecken – geschieht uns recht!

Was wir seit Jahren bei Olio Desiderio und unserem Freund, dem Inhaber Sergio Rinaldi erleben dürfen, ist ein kulinarischer Hochgenuss. Für mich ist Sergio ein sehr guter Produzent von feinsten Olivenölen und seine Anti Pasti und die anderen Spezialitäten, die er sonst noch in seinem Programm hat, fügen sich der hohen Qualität an. Seine Olivenöle verstärken meine Hoffnung ein hohes Alter zu erreichen. Dies gilt aber auch für andere Produkte des Piemonts und deshalb werde ich so lange wie möglich zu meinen Freunden ins Piemont reisen.

Bei herrlichstem Wetter haben wir dann die Reiseteilnehmer per Spaziergang auf den höchsten Punkt von Diano d‘ Alba geführt und mit Hilfe von Marco die Gegend und die Dörfer des Barolo gezeigt. Ganz heimlich habe ich mich dann mit meinem Freund Roland Simon in das Restaurant Batista geschlichen um einen Espresso Corretto zu trinken. Natürlich wurden wir von dem „was wir lieben“ entdeckt und auf meine Aussage, dass wir aus medizinischen Gründen einen Espresso trinken würden, wurde von den Damen auf ein riechen verzichtet. Zur Information und als Geständnis: Ein Cafe Corretto ist ein Kaffee mit Grappa.

Ein Trifulao, das ist ein Mann, der mit seinem Hund Trüffel sucht, hat uns dann in einem Haselnusswald das Suchen der Trüffel gezeigt und der Hund hat auch tatsächlich welche gefunden. Natürlich waren es schwarze, weil weiße Trüffel niemals in einem Haselnusswald wachsen würden. Es ist aber beeindruckend zu sehen, wie so ein Mischling – Hündchen mit der Schnauze am Boden nach einem Pilz sucht. Übrigens ist das Hündchen so um die 10000,- € wert. Den Trifulao kenne ich schon einige Jahre und ich hoffe, dass er mich mal in einen weißen Trüffelwald mitnimmt. Natürlich hat mir mein Freund Marco auch schon einen gezeigt, er hat mir aber geraten nicht unbedingt da rein zu gehen, weil es sonst sein könnte, dass ich eher Schrotkugeln in meinen Hintern bekomme, als einen weißen Trüffel zu finden. In unserem Kreis war auch ein junger Imker, der eigenen Honig macht und nicht nur der Jens war auf den Besuch der Familie“ Miele“ in Diano d´Alba gespannt. Auch diese Familie kenne ich seit Jahren und ich werde so lange sie leben, sie mit Genussfreunden immer wieder besuchen, weil es einfach imponierend ist, auch in Italien zu erleben, wie das natürliche Genussmittel Honig gemacht wird und wie es schmeckt. Übrigens hat die Familie sicher einen anderen Namen, aber für mich ist es halt der „Miele“ oder „Mielo

Nach unserem Besuch bei Signore Mielo sind wir in das Weingut Mario Savigliano zu meinem Freund Marco Savigliano und seiner Familie gegangen. Was uns dort an Herzlichkeit geboten wurde, ist kaum zu schildern. Die 83jährige Mutter Donna Maria und die Tochter Letizia haben uns freudig empfangen und nach einer Einführung von mir in den Fassräumen des Hauses haben wir uns im herrlichen Proberaum Piemonteser Spezialitäten und die tollen Weine von Marco gegönnt. Ich darf und will auf keinen Fall vergessen, dass die Leser diese Weine gerne über das Unternehmen unserer Tochter Sabine Lindenau – info@genusswein.de Weine vom Weingut Mario Savigliano kaufen dürfen. Von den beiden Dolcettos, über die Barberas, den Nebbiolo und den Barolo wurde alles aufgetischt. Eine Besonderheit ist natürlich der Rotwein Incontro – Begegnung, den Marco vor einiger Zeit extra für die Freundschaft mit mir kreiert hat. Es ist eine Cuvée aus Nebbiolo, Barbera und Cabernet Franc. Inzwischen hat der Wein die nötige Reife hinter sich und deshalb kam er auch bei unseren Piemonteser Abenden im Schwarzwald bestens an. Im Weingut Mario Savigliano selbst den Wein zu trinken und einige Stunden zu genießen, ist natürlich etwas ganz besonderes. Unvergessliche und einfach lebenswerte Stunden haben wir dort schon verbracht.

Der Samstag dient auf unserer Reise immer dem Besuch der Trüffelmesse und des Barbaresco – Gebietes. Man muss einfach mal erleben, wie viele Menschen aus der ganzen Welt wegen einem Pilz nach Alba kommen und die Messe besuchen. Vor unserem Besuch in der Messe haben wir die Teilnehmer der Reise noch zu einem „ Jamaika Blue Mountain“ Espresso in einem der tollen Cafés von Alba eingeladen und danach sind wir noch auf den allgemeinen Markt gegangen, um für unsere Piemonteser Abende Parmesan – und Tuma – Käse einzukaufen. Man freut sich einfach, wenn auch die Verkäufer dieser Produkte sich an uns erinnern können und unserem Maitre de Fromage beim Parmesan schneiden zuzusehen, ist für mich etwas ganz Besonderes.

Was danach kam, muss man auch einmal erleben, nämlich der Besuch im Restaurant Batista in Diano d’Alba. Drei Stunden Mittagessen bei feinsten piemontesischen Gerichten und den passenden Weinen von Marco und der Service in diesem Hause ist Hochgenuss. Alles wird der Reihe nach von Platten serviert und den Gästen vorgelegt. Ein toller französischer Service, wie man bei uns dazu sagt. Hier haben wir dann mit netten Schweizern noch einige Lieder gesungen und sind dann mit dem Bus ins Barbarescogebiet gefahren, wo wir in der Vinotheka von Treiso in der Nachmittagsdämmerung bei herrlichstem Wetter eine sehr gute Barbaresco – Probe serviert bekamen. Ich hatte danach immer noch nicht genug und wollte dem Edmund Marder nach 12 Jahren die inzwischen zu einem Museum umgewandelte Brennerei von Romano Levi präsentieren. Zu unserer großen Freude hat es zeitlich auch noch geklappt und geradezu imponierend war, wie sich Lucio Scaratti von Levi SERAFINO um uns gekümmert hat. Von mir aus ein ganz großer Dank an ihn, dass er auf diese Art das Gedenken an den großartigen Grappa – Macher Romano Levi hochhält.

Alles geht einmal zu Ende und nach einem schönen Abschlussabend im Hotel Mongalletto in Castellinaldo sind wir mit dem Bus von unserem tollen Chauffeur Milan wieder bestens nach Hause gefahren worden.

Ein herzlicher Dank geht an meine Frau Marianne, die mit ihrer netten Art die Gäste bestens betreut und dafür sorgt, dass jeder den Uli Lochar in Piemonteser Form ertragen kann.

Wenn sie liebe Leser jetzt Lust bekommen haben auf unserer nächsten Reise ins Piemont im Jahre 2016 dabei zu sein, sollten Sie sich bald bei mir melden – Lochar@t-online.de.

Der Termin steht schon fest:

Piemontreise 2016 vom 28.10. 2016 bis 01.11. 2016

 



© Hans Ulrich Lochar 2021