L m a A oder lächle mehr als Andere!


L m a A – lächle mehr als Andere!

Haben Sie bei der Überschrift etwas anderes erwartet? Es gibt ja bei uns noch eine andere Übersetzung, die ich mir aber hier erspare, obwohl es durchaus sein könnte, dass das eine etwas mit dem Anderen zu tun hat. Mir fällt immer wieder auf, wie griesgrämig und verbohrt viele Menschen rum laufen. Keine Lust zu grüßen, keine Lust zu lächeln, keine Lust mit anderen zu kommunizieren. Ich finde dies einfach nur schade, weil ich der Meinung bin, dass die genannten Punkte uns helfen würden, fröhlicher durch das Leben zu kommen. Schon Morgens beim Blick in den Spiegel versuche ich an die 4 Buchstaben zu denken, weil ich gelesen habe, dass lächeln der Faltenbildung entgegenwirkt.

Natürlich gibt es auch bei mir mal Momente, wo ich keine Lust habe zu lächeln, aber das ist äußerst selten. Ich werde auch von meinen Bekannten gefragt, ob ich krank bin, wenn man mir begegnet und ich nicht lächle. Künstliches Lachen mag ich ja überhaupt nicht und deshalb fällt es mir auch oft schwer Witzeerzählern länger zuzuhören, weil ich einfach nicht jeden gut finde. Was macht man da, wenn wir so einem Witzeerzähler begegnen und er hört nicht mehr auf. Sagen Sie ein Gedicht auf, sie werden sehen es wirkt Wunder. Selbst der Witzeerzähler wird merken, dass ab sofort ein anderes Thema gewünscht wird.

Meine Frau muss seit vielen Jahren ertragen, dass ich Geschichten über den Wein und sonstige Genüsse erzähle. Sie erträgt dies mit Gelassenheit und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Allerdings bin ich inzwischen auch regelrecht froh, wenn sie mir einen dezenten Hinweis gibt, dass ich eventuell die Geschichte schon das letzte Mal im selben Kreis erzählt habe. Dies kommt aber relativ selten vor, weil wir immer wieder gerne neue Menschen kennen lernen. Es gibt doch nichts Interessanteres, als ein Mensch und wenn dieser dann noch gut drauf ist, kann es sich mehr als positiv auf unsere Stimmung auswirken. Kein Mensch hat doch Anspruch auf ein Null – Bock – Gesicht und daran sollten wir auch immer denken, wenn wir anderen Menschen begegnen. Was sollen denn vor allem Kinder von uns denken, wenn wir ohne jegliches Lächeln durch die Landschaft laufen. Ich habe mir inzwischen angewöhnt, Kinder zuerst zu grüßen, damit sie von mir lernen können. Natürlich sage ich dann immer den Gruß der entsprechenden Tageszeit, erreiche aber eine sehr große Wirkung, wenn ich bei mehreren Kindern „Hi zusammen“ sage. Wer traut das denn einem Senior, wie mir, zu. Wenn ich von älteren Jugendlichen gegrüßt werde, kann es durchaus sein, dass ich zurückgrüße und ihm sage, dass ich mich über seinen Gruß sehr freue. Man täuscht sich da übrigens oft am Aussehen der Jugendlichen. Auch einer mit einer zerrissenen Hose und einem Nasenring kann ein netter Kerl sein, obwohl ich ihm oder vor allem ihr am Liebsten sagen würde, dass sie ohne Ring noch schöner aussieht.

 

Uli Lochar



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