Die Kuckucksuhr, Speck und Wii!


Die Kuckucksuhr – Speck un Wii!

 

Die Kuckucksuhr hat zweifellos für den Schwarzwald sehr viel getan. Seit Jahrzehnten werden Kuckucksuhren hergestellt und in alle Welt verschickt. In ihren Anfangszeiten wurde die Kuckucksuhr von ihren Herstellern selbst noch in alle Herrenländer gebracht. Die Wege, die damals gegangen wurden kann man heute noch auf dem „Weg der Uhrenträger“ verfolgen. In vielen Städten und Gemeinden können im Südschwarzwald regelrechte Kultstätten der Kuckucksuhr besichtigt werden. Hierzu gehören nicht nur die verschiedenen Uhren – Museen, sondern auch die vielen Einzelhandelsgeschäfte, die großartige Kuckucksuhren anbieten. Der Ruf des Kuckucks aus dem Schwarzwald erfreut dank der Kuckucksuhr viele Menschen weltweit.

 

Wenn ich zu Freunden außerhalb Deutschlands verreise, ist immer Schwarzwälder Speck un Wii aus Baden im Gepäck. Dies wird  sehr geschätzt. Man glaubt nicht, wie angesehen es ist, wenn sich Schwarzwälder mit den Produkten ihrer Heimat identifizieren. Der Speck gehört mit zu den lukullischen Genüssen, wenn er richtig gegessen wird. Dies ist manchmal allerdings ein Graus. Dicke Scheiben werden abgeschnitten, dabei bekommen wir doch erst das volle Aroma, wenn der Speck streichholzdünn geschnitten wird. Wir unterscheiden zwischen dem durchwachsenen Schwarzwälder Speck und dem Schwarzwälder Schinkenspeck. Ich persönlich ziehe meistens den durchwachsenen Speck vor, weil er nach meiner Ansicht ein besseres Aroma hat. Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, wie das Fett weggeschnitten wird. Natürlich soll auch ich nicht zuviel Fett essen, aber zum Speck gehört ein bißchen Fett nun mal dazu. Beim Einkauf von Speck sollte man darauf achten, daß er so fest wie nur möglich ist, dann hat er die richtige Reife.

Speck braucht nun mal seine Zeit in der Räucherkammer, um die optimale Reife zu erhalten. Dies haben inzwischen auch große Hersteller erkannt und bieten eine erstaunlich gute Speckqualität an. Natürlich ist es romantisch, wenn wir in einem Schwarzwälder Bauernhaus den Speck in der Räucherkammer oder eventuell sogar noch über dem Holzofen hängen sehen.

Viele Bauern verkaufen auch gerne ein Stück, aber nur soviel, daß es für sie selbst das ganze Jahr reicht.

Sie brauchen aber keine Angst haben, daß der Speck jemals ausgehen wird. In vielen Einzelhandelsgeschäften, Metzgereien und auch in der Gastronomie wird der Schwarzwälder Speck zum Mitnehmen angeboten. Meinen persönlichen Speck kaufe ich bei der Metzgerei Graß in der Talstraße in meiner Heimatstadt Schönau im Wiesental. Ein guter Speck muss fest sein und so bekomme ich ihn immer vom Hebi Graß und seinen Mitarbeiterinnen angeboten – eine wirklich gute Speckadresse

Metzgerei Graß H.

Metzgerei Horn Fleischwaren GmbH in Bad SchmiedebergStraße: Talstraße 3
PLZ & Ort: 79677 Schönau im Schwarzwald
Telefon: +49 7673 223

Ich persönlich trinke zum Schwarzwälder Speck am liebsten ein Viertele badischen Wein. Dies kann ein normaler Qualitätswein sein oder auch ein Kabinett, den ich persönlich außerordentlich schätze.

Kennen Sie den Unterschied? Kabinettweine gehören zu den Qualitätsweinen mit Prädikat und dürfen nicht angereichert werden d.h. man darf dem Most oder der Maische keinen Zucker vor der Vergärung zuführen. Aus diesem Grunde darf ruhig behauptet werden, daß die badischen Kabinettweine zu den leichtesten Weinen der Welt gehören. Im Prinzip begleiten sie alle Speisen ideal. Manchmal trinke ich zum Speck einen Gutedel vom Markgräflerland oder wenn es noch gehaltvoller sein soll, einen Weißburgunder vom Kaiserstuhl.

Es ist sehr empfehlenswert im Südschwarzwald Weine aus den verschiedenen badischen Bereichen zu trinken.

Im Elztal findet man viele Weine aus der Ortenau im Angebot. Die Ortenau ist eine sehr schöne Landschaft zwischen Rhein und Schwarzwald.  Ein Klingelberger, wie der Riesling in der Gegend um Durbach und Oberkirch genannt werden darf, gehört ebenso zum Angebot wie die Rieslinge aus anderen Gemeinden der Ortenau und zu einem Wildgericht paßt ein Ortenauer Spätburgunder immer. Nicht zu verachten sind auch die Clevner, wie der Traminer in der Ortenau genannt werden darf.

Weine aus dem Breisgau sind stetig im Vormarsch. Berühmt wurde der Breisgauer vor allem durch die Spätburgunder Weißherbste aus dem Glottertal. Der Glottertäler Rote Bur ist für mich der Inbegriff für den Weißherbst. Inzwischen hat es aber auch das Örtchen Malterdingen in punkto Spätburgunder zu großem Ruhm gebracht. Herrliche Gaststätten laden im Breisgau und vor allem im Glottertal zu einem Viertele und dem passenden Essen ein und auch die Winzergenossenschaften und Winzer freuen sich, wenn Sie ihnen einen Besuch abstatten.  Die Perle des Breisgaus ist natürlich Freiburg. Eine Großstadt am Rande des Schwarzwaldes mit einem urgemütlichen Flair. Im Schwarzwald Urlaub zu machen und Freiburg nicht zu besuchen ist eigentlich eine Sünde. Wenn ich in Freiburg bin, genieße ich es, zu Fuß an den herrlichen Bächle entlang zu laufen und die wunderschöne Idylle zu genießen.

Nicht weit weg von Freiburg liegt der Kaiserstuhl. Hier gibt es wahrhaft königliche Weine.

Schon der alemannische Dichter Johann Peter Hebel bezeichnete den Kaiserstuhl als Mustergärtlein und Paradieslein. In der sonnenreichsten Gegend Deutschlands gedeihen auf den Löß – und Vulkanböden vor allem die Burgunderweine. Der Grauburgunder vom Kaiserstuhl gehört für mich zu den deutschen Kultweinen.

Auch als Ruländer genieße ich ihn ab und zu gerne. Grauburgunder ist ja ein trocken ausgebauter Ruländer.

Der Weißburgunder ist für den Kaiserstuhl typisch. Ihn empfehle ich immer, wenn ein Wein weder lieblich noch herb gewünscht wird. Aus der Rebsorte Weißburgunder werden auch edelste Winzersekte gemacht, die einen Vergleich mit Champagner nicht zu scheuen brauchen. Wer einen typischen badischen Rotwein möchte, muß selbstverständlich auch einen Spätburgunder vom Kaiserstuhl probieren. Er hat eine sehr gute Tanninstruktur und trotzdem einen fruchtigen Charakter.

Nicht zu verachten sind auch der Silvaner und viele Müller – Thurgau, der auch in der leichten Variante als Rivaner angeboten wird. Im südlichen Teil liegt der Tuniberg, wo auch die Burgundersorten hauptsächlich angebaut werden. Auch hier freuen sich die Winzer und Gastronomen  über Besuche von Gästen und bieten feine Weinproben an.

 

Zwischen Freiburg und Basel liegt das schöne Markgräflerland, das auch oft als Gutedelland bezeichnet wird. Der Gutedel macht etwa die Hälfte des Rebanbaus im Markgräflerland aus. Einheimische verlangen nicht ein Viertele Gutedel, sondern  einen „Markgräfler“. Wenn ich mich mit meinen Freunden am Stammtisch treffe und dabei einige Viertele getrunken werden, kommt für mich nur ein trockener Gutedel in Frage. In der Schweiz ist diese Rebsorte übrigens als Fendant bekannt und im Elsaß als Chasselas. Außerhalb Badens kennt man den  Gutedel weniger, inzwischen haben aber auch viele Feriengäste ihr Herz für diesen relativ leichten und angenehmen Trinkwein entdeckt. Auch andere Rebsorten werden im Markgräflerland angebaut. Feinste Burgunder und sogar Rieslinge habe ich von dieser Region schon getrunken. Viele Winzer verstehen auch einen pikanten Müller – Thurgau zu machen, der eine Schwarzwälder Forelle bestens begleiten kann. Von der Neuzüchtung Nobling lasse ich einen Winzersekt selten stehen.  “ Sürpfle muesch, nit suffe “ ist ein Leitspruch in Baden, der auch für die Weine des Markgräflerlandes gilt.

 

Die badischen Weine werden von mir sehr geschätzt. Manchmal betrachte ich sie auch kritisch. Dies gilt vor allem auch jenen Bordeauxflaschen, in denen sich ein guter badischer Wein verstecken kann. Nach meiner Ansicht haben wir Badener diese Nachmacherei überhaupt nicht nötig, aber was soll ich gegen die sogenannten Marketingexperten auch machen.

 

Kuckucksuhren, Speck und Wii sind aber beileibe nicht alle Besonderheiten, die der südliche Schwarzwald bietet. Natürlich darf man auch das Lebenselixier Kirschwasser nicht vergessen. Ein sogenanntes „Chriesiwässerle“ am Tag, gilt bei vielen Schwarzwäldern als Stärkungsmittel und nicht wenige glauben, dadurch ihr Leben zu verlängern. Es darf selbstverständlich nur aus Kirschen des Schwarzwaldes gemacht werden. Sie haben das Aroma, das man braucht. Zuerst wird eine Kirschmaische angesetzt, die vergoren wird. Diese vergorene  Maische ruht dann einige Monate und wird dann in einem Destilliergerät gebrannt. Mindestens 40 % Vol. Alkohol wird von einem Schwarzwälder Kirschwasser erwartet. Dieses Wässerle paßt eigentlich immer.

Vor allem dienenigen, die körperlich hart arbeiten, trinken es eventuell schon zum „Z‘ nüni“ – dem zweiten Frühstück – selbstverständlich kann damit ein Mittagessen würdig abgeschlossen werden, eine Schwarzwälder Kirschtorte ohne leichten Kirschwassergeschmack gibt es nicht und manche schlafen erst richtig, wenn Sie dieses Lebenswasser als Schlaftrunk genommen haben.

Die Schwarzwälder Kirschtorte gehört zum Schwarzwald wie die Sachertorte zu Wien. Feinste Zutaten wie Mehl, Zucker, Butter, Eigelb, Kakaopulver, feine Konfitüre, Sauerkirschen und natürlich Kirschwasser werden dafür verwendet. Viele Konditoreien bieten so eine leckere Schwarzwälder Kirschtorte an. Immer wieder stelle ich fest, daß es in Nuancen Unterschiede gibt. So hat jeder, der eine Schwarzwälder Kirschtorte backt, irgendwo sein kleines Geheimnis. Ein Besuch im Schwarzwald ohne eine Schwarzwälder Kirschtorte zu genießen  ist nur die Hälfte wert.

 

Eine Besonderheit  im südlichen Schwarzwald sind natürlich auch die Menschen selbst. Oft wird von sturen Schwarzwäldern gesprochen, ich kenne hier genau so viele – oder so wenig, wie in einer anderen Landschaft auch. Inzwischen hat man aber sicher überall begriffen, daß man im Fremdenverkehr nur Erfolg haben kann, wenn man die Gäste auch mit seiner Person begeistert. Viele Anstrengungen werden unternommen, um den Schwarzwald bekannter zu machen. Der Fremdenverkehrsverband Südschwarzwald und viele andere Organisationen versuchen das sogenannte Image des Schwarzwaldes generell zu verbessern. Bei allem sollten wir aber nicht vergessen, daß das Kapital des Schwarzwaldes vor allem die herrliche Landschaft und die einmalig frische und reine Luft sind.

Eine Wanderung im südlichen Schwarzwald ist immer ein großartiges Erlebnis. Überall werden geführte Wanderungen angeboten. Feldberg und Belchen, die höchsten Berge bieten wunderbare Ausblicke bis zu den Schweizer und Französischen Alpen. Ein Bad im Schluchsee oder im Titisee, läßt jedes salzige Meerwasser vergessen. Auch für die Radfahrer ist der Schwarzwald ein Erlebnis. Schöne Radwege und ausgesuchte Strecken für die Biker sind vorhanden. Nicht nur gepflegte Skipisten, sondern auch urige Hänge lassen das Skifahren in dieser Region zu einem Erlebnis werden. Gepflegte, wunderschöne Langlaufloipen sind sowohl für Sportler, als auch Skiwanderer ein Hochgenuß.

Nach diesen sportlichen Aktivitäten lohnt sich immer ein Besuch in den schönen Gaststätten und Hotels mit ihren wunderschönen Gaststuben. Ob im Sommer auf schönen Terrassen, oder im Winter am heimeligen Kachelofen überall geben sich Menschen viel Mühe, ihren Gästen den Urlaub im südlichen Schwarzwald so gemütlich wie nur möglich zu machen. Sie finden Gästezimmer, die den Vergleich mit den Anbietern weltweit nicht zu scheuen brauchen.

 

 

Genießen Sie einen Urlaub im südlichen Schwarzwald, dieser so herrlichen Landschaft und lassen Sie sich von aufmerksamen Gastgebern liebevoll verwöhnen.

 



© Hans Ulrich Lochar 2021