Dekantieren eines Weines.


 

Ansichten zum Dekantieren eines Weines!

 

Ob ein Wein dekantiert wird oder nicht, hängt in erster Linie davon ab, ob er Depot enthält.

Dekantieren heißt, den Wein vom Depot trennen. Das Depot ist eine Ablagerung in Form eines Trubsatzes bei alten Weinen – der Autor hat Depot hauptsächlich bei Weinen aus dem Bordeaux und bei Barolos – Nebbiolos – aus dem Piemont festgestellt.

Ein Wein mit Depot muss dekantiert werden, weil sich sonst der Bodensatz mit dem Wein vermischt.

Hilfsmittel beim Dekantieren sind in der Regel ein Dekantierkorb, Streichholz, eine Kerze und eine Karaffe. Der Dekantierkorb dient da zu, den Wein  vom Keller bis zum Tisch des Gastes zu bringen. Normalerweise werden Flaschen, die im Keller lagern nicht abgewischt, wenn der Schmutz aber unahnsehnlich ist, muss man sie abwischen. Derjenige, der den Wein serviert, sollte selbst entscheiden, ob man die Flasche am Beistelltisch aus dem Dekantierkorb nimmt oder nicht. Für mich ist dies keine Glaubensfrage, sondern einfach eine Frage des Könnens. Manchmal tut man sich mit dem Öffnen der liegenden Flasche keinen gefallen.

 Bei einem Wein der dekantiert wird, muss in jedem Falle die ganze Kapsel abgeschnitten werden, weil man ja sonst das Depot im Flaschenhals nicht sehen kann.

Mit der brennenden Kerze wird der Flaschenhals beleuchtet, dabei ist darauf zu achten, dass man nicht kurzfristig einen teuren Glühwein produziert. Normalerweise hält man beim Dekantieren die Flasche in der rechten und die Karaffe in der linken Hand.

Wenn der Trubsatz im Flaschenhals erscheint, wird das Dekantieren abgebrochen.

Junge Weine können sicher mehr Luft vertragen als ältere Weine und sie könnten auch früher geöffnet werden, obwohl eigentlich das Dekantieren eine Zeremonie ist, die der Gast – Besucher sehen sollte. Verschlossene Weine können sich durch das Dekantieren durchaus öffnen. Für junge Weine verwendet man in der Regel eine Dekantierkaraffe, die einen möglichst großflächigen Kontakt der Luft zur Weinoberfläche gewährleistet.

Ältere Weine werden in Karaffen serviert, die keinen großen Luftkontakt ermöglichen, meistens haben diese Karaffen eine Entenform.

In der Gastronomie kann gutes dekantieren durchaus verkaufsfördernd sein.

Es macht Eindruck.

Für mich persönlich kommt bei Deutschen Weinen vor allem das Belüften in Frage. Dies unterscheidet sich vom Dekantieren insofern, dass der Wein lediglich von der Flasche in eine Karaffe eingeschenkt wird. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass vor allem junge Rotweine wie z.B. Spätburgunder und Lemberger durch die Luftzufuhr gewinnen und es aber auch durchaus bei Weißweinen angebracht sein kann, dies gilt für mich besonders für den Chardonnay. Das Belüften trägt dazu bei den Geschmack des Weines weicher und intensiver werden zu lassen.

Sowohl beim Belüften als auch beim Dekantieren sollte die Weinkaraffe aviniert bzw. weingrün gemacht werden. Nach dem Öffnen der Flasche riecht man am Korken und wenn dieser nach Wein riecht schenkt man einen kleinen Schluck in die Karaffe ein und schwenkt die Karaffe – bei einer kleineren Personenzahl kann man mit diesem Schluck durchaus auch die Gläser weingrün machen. Sowohl die Karaffe als auch die Gläser werden durch dies Behandlung ideal auf den Wein vorbereitet.

 

Uli Lochar



© Hans Ulrich Lochar 2021