Sommergetränke!


Tipps zu Getränken im Sommer.

 

Das Essen alleine reicht heute für einen gastronomischen Betrieb oder im privaten Kreis nicht mehr aus um sich zu profilieren – auch der Wein bez. die Getränke gehören dazu.

Leichte Weine mit einem Alkoholgehalt von weniger als 12 % erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Sie entsprechen dem aktuellen Trend zu einer leichten gesundheitsbewussten Küche.

Nach neuesten Erkenntnissen sehnt man sich nach verspielten Weinen mit einem Alkoholgehalt zwischen 11,5 % Vol. und maximal 13 % Vol.. Während Life – Style – Magazine längst das leicht schlanke, beschwingte predigen, tischen auch Spitzenwinzer in Deutschland dem Publikum dicke Hämmer auf. Gott sei Dank hat mich da Fritz Keller eines anderen belehrt. Völlig unverständlich ist für mich, wenn ein Markgräfler Gutedel mit 13%Vol. angeboten wird. Dazu kann ich nur sagen, so ein Irrsinn.

 

Vor allem jetzt im Sommer sollten auch leichte Weine empfohlen werden. Dazu zählen in erster Linie Kabinettweine. Diese gehören in Deutschland zu den so genannten Prädikatsweinen und  dürfen nicht angereichert werden d.h., man darf vor der Gärung dem Most oder der Maische keinen Zucker zugeben. Bei Qualitätsweinen ist dies erlaubt und deshalb gibt es Alkoholbomben in diesem Bereich. Mit solch einem Wein kann man mich über den Feldberg und zurück jagen – ich trinke ihn nicht!

Warum tun sich viele Gastronomen immer noch schwer damit, Kabinettweine offen mit 0,1l anzubieten? Warum gibt es Winzer, die nicht einmal mehr Kabinett auf ihre Etiketten schreiben und dabei völlig übersehen, dass es diesen Begriff im Deutschen Weinrecht immer noch gibt.

Wir könnten mit den Kabinettweinen weltweit behaupten, dass wir die leichtesten und frischesten Weine bieten – hoffentlich greift man diese Gedanken bald einmal auf.

Ab und zu höre ich auch das Argument von Gastronomen was machen wir mit einem Wein der geöffnet ist und am Abend nicht verkauft wurde. Da kann ich nur sagen, selber trinken oder vielleicht mal den Angestellten zum Probieren geben, weil sie auf diese Art auch Argumente für den Weinverkauf finden.

Heutzutage hält ein geöffneter Wein mindestens noch 3 Tage bis er getrunken werden sollte, also dürfte es doch kein Problem sein eine Flasche mit einem Inhalt von 0,75l zu verkaufen.  Ein guter Winzer liefert  gastgerechte Weinbeschreibungen, die dann von den Mitarbeitern für den Weinverkauf gelernt werden können.

 

 

 

 

Es ist nicht so, dass man im Sommer keinen Rotwein trinken sollte, nur sollte er immer mit der richtigen Temperatur angeboten werden. Rotweine, die hinter der Theke im Restaurant stehen sind im Sommer Glühweine, die niemand trinken will. Servieren Sie mal einen leichten Trollinger aus Württemberg leicht gekühlt 12 Grad, ihre Gäste werden begeistert sein.

 

Ich mache das sogar mit einem Dolcetto aus dem Piemont und ernte da regelrechte Begeisterung. Das mit dem Dolcetto habe ich im Piemont gelernt.

Ich verhehle natürlich nicht, dass ich privat sehr gerne einen Arneis von meinem Freund Marco vom Weingut Mario Savigliano im Piemont trinke. Dieser leichte und frische Weißwein ist für den Sommer ideal, was in vielen Restaurants auch in Rom bestätigt wird.  Sie sind mir sicher nicht böse, wenn ich Sie darauf aufmerksam mache, dass man diesen Wein bei dem Unternehmen unserer Tochter Sabine Lindenau – info@genusswein.de beziehen kann.

 

Vielleicht kann  als Aperitif mal etwas anderes angeboten werden, als das einfallslose Glas Prosecco. Wie wäre es mit einer kalten Ente?

Rezeptur: 2 Liter trockenen Weißwein – am besten ein guter Müller -Thurgau  in einem Gefäß einige Stunden zusammen mit einer Zitronenspirale kühlen. Allerdings darf die Zitronenspirale auf keinen Fall mit dem Wein in Berührung kommen, deshalb hängt man sie nur in das Gefäß hinein.  Unmittelbar vor dem Service gibt man eine Flasche kalten Sekt dazu. Diesen lässt man über die Zitronenspirale ins Gefäß laufen. Danach wird die Zitronenspirale entfernt und die „ Kalte Ente“ eingeschenkt.

Dieses Getränk hält in einem Krug mindestens 3 Tage, es schmeckt allerdings so gut, dass es auch an einem Tag verkauft werden kann. Es ist auch als Getränk auf der Terrasse hochinteressant und kann auch sehr gut bei Gesellschaften angeboten werden.

Ich fände es sehr gut, wenn die kalte Ente auch alkoholfrei angeboten werden würde.

Rezeptur:

2 Liter Apfelsaft mit Zitronenspirale und einer kleinen Flasche heller Traubensaft kühlen. Auch hierbei beachten, dass die Spirale nicht im Saft ist.

Vor Servicebeginn eine Flasche kohlensäurehaltiges Mineralwasser von Bad Dürrheimer Mineralbrunnen zugeben.

 

In punkto alkoholfreie Aperitifs muss man immer darauf achten, dass die Säfte nicht zu süß sind. Auch alkoholfreie Aperitifs bietet man nur mit 0,1l an.

 

 

Zum Schluss noch ein besonderer Tipp:

 

5 cl Aperol und 2cl Zitronensaft und dazu 0,1 l vom neuen Légère von Bad Dürrheimer Mineralbrunnen.

 

Natürlich kann man dieses frische Getränk auch auf Eis anbieten.

 

Sehr zum Wohl sein und auf einen schönen Sommer.

 

Uli Lochar



© Hans Ulrich Lochar 2021